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Betroffenheit über Tod von Sissy Mayerhoffer

Hilfsorganisationen würdigten Mayerhoffer als Bannerträgerin für Mitmenschlichkeit weit über die Grenzen ihrer ORF-Funktion hinaus.
© Neumayr/MMV

Betroffenheit hat die Nachricht vom Tod der Humanitarian-Broadcast-Leiterin des ORF, Sissy Mayerhoffer, unter Vertretern von Politik, Medien und Hilfsorganisationen ausgelöst.

Mayerhoffer verstarb in der Nacht auf Sonntag im 63. Lebensjahr. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz würdigte die ehemalige Hauptabteilungsleiterin in den verschiedensten Funktionen sowie Kaufmännische Direktorin des ORF als "Persönlichkeit, die das Unternehmen ORF ganz wesentlich in den unterschiedlichsten Funktionen mitgeprägt hat". Das Mitgefühl der ORF-Führung gelte nun ihrer Familie und ihren Angehörigen. ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner beklagte den Verlust einer "Frau, die es geschafft hat, im besten Sinne des Wortes ,gutes Tun‘ zu einem unverzichtbaren Teil des ORF zu machen". Eva Radinger, Geschäftsführerin des Vereins "Licht ins Dunkel", zeigte sich erschüttert. Mayerhoffer werde "uns und der ,Licht ins Dunkel‘-Familie fehlen".“

Caritas-Präsident Michael Landau würdigte Mayerhoffer als "immer verlässliche Partnerin im Einsatz von rascher und effizienter Humanitärer Hilfe". Mit ihr sei der ORF in den vergangenen Jahren zu einer "starken Stütze" der Arbeit der Hilfsorganisationen geworden. Sie habe es "wunderbar verstanden, die Österreicherinnen und Österreicher für die Not von Menschen, auch über die Grenzen von Österreich hinaus, zu sensibilisieren und um Spenden zu bitten. Ein ganz großes Danke von mir!“ Diakonie-Direktor Michael Chalupka würdigte Mayerhoffers Arbeit ebenfalls in "großer Dankbarkeit": Unzählige Menschen in Notlagen hätten ihr "einen wichtigen Schritt zu mehr Selbstständigkeit im Leben zu verdanken". Mayerhoffer habe zudem "mit ganzen Einsatz die Inklusion im Fernsehen gefördert".

Erste kaufmännische Direktorin des ORF

Der Fundraising Verband Austria als Dachverband der Spendenorganisationen sah in Mayerhoffers Arbeit einen "wunderbaren Fußabdruck, den sie in einer Landschaft der Menschlichkeit hinterlassen hat", der neben ihrem unermüdlichen Einsatz in Erinnerung bleiben werde. Der Arbeiter-Samariterbund nannte Mayerhoffer eine vorbildliche "Mitstreiterin für eine bessere und gerechtere Welt", die Liste Pilz sah einen "großen Verlust für Österreich". Ihre Arbeit sei "gerade in Zeiten der zunehmenden Abschottung gegenüber unseren Mitmenschen bewundernswert" gewesen.

Sissy Mayerhoffer wurde am 12. Mai 1955 in Wien geboren. Ihre ORF-Karriere begann sie Ende der Siebziger Jahre als freie Mitarbeiterin. In den Jahren 1996 bis 1998 unterstützte sie als Leiterin des Ö3-Marketings die Neupositionierung des Radiosenders. 1999 bis 2002 war sie Leiterin des ORF-Marketings und Geschäftsführerin der ORF-Enterprise. Nach einem Wechsel zur Verlagsgruppe News kehrte sie 2007 in den ORF zurück und wurde als erste Frau in dieser Funktion zur Kaufmännischen Direktorin bestellt. Seit 2010 war sie Leiterin der Stabstelle Humanitarian Broadcasting im ORF.

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