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Bertelsmann: "Österreichischer Pressemarkt stark unter Druck"

Die Österreich-Beteiligung von Bertelsmann macht Probleme.
© Bertelsmann

Bei seiner Bilanzpressekonferenz hat Bertelsmann einen hohen Gewinn verkündet. Das Österreich-Geschäft verlief allerdings sehr schleppend.

Mit Bertelsmann hat am Dienstag Deutschlands größter Medienkonzern seine Bilanz präsentiert. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr auf 17,1 Milliarden Euro (plus 2,8 Prozent), beim Gewinn machte Bertelsmann einen großen Sprung nach oben und landete bei 1,1 Milliarden Euro (plus 90 Prozent). Das war zugleich der höchste Gewinn des Unternehmens seit 2006. Erneut stark präsentierte sich im vergangenen Jahr die RTL Group mit ihren TV-Sendern und der Verlag Penguin Random House. Das Digitalgeschäft wachse weiterhin sehr stark, verkündete Bertelsmann-Chef Thomas Rabe auf der Bilanzpressekonferenz. 

Zu den nun vorgelegten Zahlen sagt Rabe: "2015 war ein sehr gutes Jahr für Bertelsmann. Das erste Mal seit acht Jahren liegt unser Umsatz wieder bei über 17 Milliarden Euro, und beim Operating EBITDA haben wir einen der besten Werte der Bertelsmann-Geschichte erreicht. Lässt man Ergebnisse aus Beteiligungsverkäufen außer Acht, hat Bertelsmann zudem nie zuvor ein so hohes Konzernergebnis erzielt wie 2015." Zuletzt fiel Bertelsmann immer wieder durch Zukäufe im Digitalsektor auf - erst am Montag wurde bekannt, dass die Mediengruppe RTL Deutschland den Onlinevideo-Vermarkter Smartclip übernimmt

Zu den guten Bertelsmann-Zahlen gehört aber auch die Tatsache, dass es nicht in allen Bereichen rund läuft. So verliert der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr (G+J) weiter Umsatz. 2015 ging es um knapp zwölf Prozent bergab, G+J erreichte noch 1,54 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist auch ein schwaches Österreich-Geschäft, G+J ist ja mit 56 Prozent an der Verlagsgruppe News (VGN) beteiligt. 

Österreich bei Umsatz und Ergebnis unter Vorjahr

"Die Aktivitäten in Österreich blieben in Umsatz und Ergebnis unter Vorjahr. Der österreichische Pressemarkt war weiter stark unter Druck, was sich auch in der Entwicklung der Verlagsgruppe News widerspiegelt. Im Anzeigengeschäft gewann die Gruppe aber Marktanteile hinzu", heißt es in einer Aussendung von Bertelsmann. VGN-Chef Horst Pirker forderte jüngst, man müsse noch deutlich mehr erreichen, um die Zukunft des Nachrichtenmagazins "News" zu sichern (HORIZONT berichtete). 

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