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Aufdeckerjournalist David Barstow zu Gast in Innsbruck

Alexander Warzilek (links, GF Presserat) und Matthias Sauermann (rechts, TT-Redakteur und Absolvent der Tiroler Journalismusakademie) moderierten das Podiumsgespräch mit David Barstow (Bildmitte).
© Berger-Rudisch

Auf Einladung der Tiroler Journalismusakademie und dem Österreichischen Presserat hin hielt der leitende Investigativreporter der New York Times einen Vortrag über seine Arbeit und ermutigte die Nachwuchsjournalisten: 'Journalismus ist ein sehr, sehr wichtiger Job'.

Der US-Amerikaner David Barstow ist leitender Investigativreporter bei der New York Times und wurde heuer bereits zum vierten Mal mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Die Tiroler Journalismusakademie und der Österreichische Presserat holten ihn am vergangenen Mittwoch nach Innsbruck, wo er in der Volkshochschule einen Vortrag zu seiner prämierten Arbeit "Investigating Trump - What I learned about Donald Trump’s money from 18 months of work and 100.000 pages of documents" hielt. Und dabei appelierte er in einem "Special Word" an die Nachwuchsjournalisten im Raum: „Ich danke allen, die Journalisten werden wollen. Unsere Gesellschaft braucht euer Feuer und eure Passion. Ihr werdet nicht besonders reich oder besonders beliebt sein. Aber Journalismus ist ein sehr, sehr wichtiger Job.“

In seiner letzten Recherche deckten Barstow und seine Kollegen beispielsweise illegale "Steuervermeidungs-Praktiken" auf, durch welche die Trumps in den 1980er und 1990er Jahren dem Fiskus 500 Millionen Dollar unterschlagen hätten. Im Zuge der Recherchen entpuppte sich auch die von Trump ständig bemühte Geschichte vom Self-Made-Milliardär, der mit einem 1-Million-Dollarkredit sein Imperium aufgebaut hätte, als pure Legende. Viel mehr gehe Trumps enormer Reichtum fast ausschließlich auf sein Erbe und laufende Finanzspritzen seines Vaters zurück.

Barstow erklärt: „Ich strebe nach der Wahrheit, und ich unternehme alles, um sicherzustellen, dass meine Recherchen den Tatsachen entsprechen. Das ist ein harter Job, der damit belohnt wird, der Wahrheit näher gekommen zu sein.“ Das Vertrauen der Leser seien das höchste Gut. Und es gehe auch im Journalismus nicht immer fair und moralisch korrekt zu, aber das sollte man zum Ansporn nehmen, noch genauer zu arbeiten. 

 

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