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Aufbäumen für alle

© Sabine Klimpt / Manstein Verlag

Der Aufschwung der Werbebranche geht nur sanft vonstatten. Umso mehr sind aktuell steigende Aktivitäten der Möbelbranche positiv zu sehen. Leitartikel von Jürgen Hofer, Chefredakteur

Dieser Leitartikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 23/2019 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Schwächelnde Konkurrenz lässt sich im Normalfall ja bestens zum eigenen Vorteil auslegen, die kika/Leiner-Turbulenzen im letzten Jahr werden dem einen oder anderen Marktbegleiter auch garantiert nicht geschadet haben. Sehr wohl aber der Werbebranche an sich, die einen (für diesen Sektor) in den letzten zehn Jahren beispiellosen Einbruch des Bruttowerbedrucks hinnehmen musste. Satte zwanzig Prozent weniger an Brutto-Spendings, Möbel- und Einrichtungshändler waren mit gut 40 Millionen Euro weniger getätigtem Bruttowerbewert der größter Bremser am Markt überhaupt. Dass diese Tendenzen auch netto aufgeschlagen haben und Agenturen wie Medien hemmen, ist unbestritten.

Entwicklungen wie diese sind – ein Jahr nach der Übernahme von kika/Leiner durch die Signa-Gruppe – vor allem im Gesamtkontext der sich nur schleppend entwickelnden Werbekonjunktur von größerer Bedeutung als nur für die Zunft der Möbelhändler selbst. Den großen konjunkturellen Aufschwung orten derzeit wenige, die Prognosen reichen von Stagnation bis zart-moderatem Wachstum. Jubelchöre sind nur von wenigen zu vernehmen und erklingen wenn eher aus Übersee. Auch die bevorstehenden Nationalratswahlen werden keine wahnsinnig großen Zusatzbudgets bringen, sondern bereits bestehende Buchungen verdrängen respektive verschieben. Inventar ist und bleibt begrenzt, vor allem in den klassischen Mediengattungen, Investitionen bei Google, Facebook und Co helfen der heimischen Konjunktur nur bedingt.

Insofern positiv zu bewerten ist das skizzierte werbliche Entflammen an der Möbelfront, an der sich kika/Leiner mit frischer Kampagne bald neu ins Rennen wirft und Konkurrent XXXLutz den Werbedruck bereits munter und deutlich erhöht hat; umso mehr, als dies eine Branche ist, die klassische Kanäle nur zu gut bedient. Insofern bleibt die Hoffnung für den Markt, dass Einzelsektoren werblich wieder intensiver in den Ring steigen. Für den Werbemarkt heißt das schlicht: Konkurrenz belebt das Geschäft.

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