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André Eckert: Das sind die Pläne des neuen iab-Präsidenten

André Eckert, Präsident IAB Austria (Geschäftsführer Russmedia Digital): "IAB soll sich als Schnittstelle positionieren."
© Russmedia Digital

André Eckert, austria.com/plus, Russmedia Digital, ist neuer IAB-Präsident. Er schätzt die Herausforderung Digital und will ‚um den Digitalstandort Österreich‘ kämpfen.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 44 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Es war sein erster Job, zwei Tage nach Abschluss des Studiums für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt strategische Unternehmensführung an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck: Im Juni 2000 fand sich André Eckert am Wiener Rooseveltplatz bei vienna.at ein und startete als Marketingleiter für das Onlineportal der Russmedia.

Der Co-Geschäftsführer der Russmedia Digital, Manager des Vermarktungsportals austria.com/plus und Herausgeber von vienna.at wurde am 24. Oktober zum neuen Präsidenten der wichtigsten Vertretung der Digitalwirtschaft, dem Internet Advertising Bureau, gewählt. Der Vorstand wurde auf 13 Personen erweitert, „ich bin der dreizehnte Krieger“, schmunzelt Eckert, der HORIZONT zum Gespräch am neuen Sitz im Digital Hub von weXelerate im Sofitel Wien empfängt. Im Oktober sind austria.com/plus und vienna.at ins zweite Obergeschoß des Start-up-Hubs übersiedelt, Eckert sitzt mit seinen 18 Mitarbeitern im Großraumbüro (insgesamt hat Russmedia Digital 70 Mitarbeiter). Eckert ist gerade am Budgetieren für das kommende Jahr und skizziert die Situation der Onlinewirtschaft in Österreich nachdenklich: „Wir merken es ganz klar im operativen Vermarktungsbusiness, dass der Wind rauer geworden ist. Dieses Jahr ist eines der schwierigsten überhaupt, ich wüsste keinen österreichischen Publisher, der dieses Jahr die Champagnerflaschen aufmacht, was das Ergebnis betrifft.“ Und erklärt: „ Nach meiner persönlichen Einschätzung bleiben von jedem Euro, der in Österreich für Onlinewerbung ausgegeben wird, nur noch 35 bis 40 Cent bei österreichischen Publishern. Deutlich über die Hälfte gehen an Facebook, Amazon und Google.“ Das werde eine der Herausforderungen 2018 sein, denn Programmatic könne „noch nicht kompensieren, was wir im klassischen Ordergeschäft, den Premiumplatzierungen, verlieren.“

Eckert, Jahrgang 1969, geboren in München, ist „Herausforderungen“ gewohnt: Der Vater, Ingenieur beim Bauriesen Hochtief, machte international Karriere, was den jungen André bis zum 16. Lebensjahr englischsprachig aufwachsen ließ – mit Stationen in Saudi Arabien, Irland, Algerien und Gabun, 17 Wohnortswechseln und neun Schulen: „Da habe ich gelernt, Veränderungen gut zu verkraften, offen zu sein und gleichzeitig sich anzupassen, also auch Chamäleon sein.“ Das Unstete ist es auch, was Eckert an der Digitalwirtschaft fasziniert: Die habe „Veränderung als Grundsatz, aber man muss es auch leben! Es ist einfacher zu sagen ,Geht nicht, schaffen wir nicht.‘ Wenn man aber dranbleibt und hinterfragt: Es geht alles!“

Nach zwei Jahren vienna.at wechselte Eckert als Geschäftsführer zur Antenne Vorarlberg, 2006 wurde er zum eben von Russmedia erworbenen Kleinanzeigenverlag Quoka nach Stuttgart beordert – „ich wollte aber unbedingt nach Österreich zurück“ – und nahm nach einem halben das Angebot an, das Magazin Wiener, damals Styria Media Group, neu aufzusetzen. Die digitale Verlockung war aber stärker: Seit 2009 ist Eckert für austria.com/plus verantwortlich, betreut selbst rund 40 Kunden – „Ich will am Puls bleiben“ – und verantwortet als Herausgeber das Portal vienna.at. 

Was ist vom neuen IAB-Präsidenten zu erwarten? Eckert: „Was Martina Zadina und Lilian Meyer-Janzek geschaffen haben, ist ein sehr sehr starkes Fundament. Der IAB repräsentiert die Digitalwirtschaft – und alle, die die Digitalisierung weitertreiben, Arbeitsplätze schaffen, Wertschöpfung ermöglichen. Der IAB soll sich als Schnittstelle zum Erfahrungsaustausch positionieren. Das wird nur gemeinsam gehen, in Kooperation mit anderen Verbänden und Plattformen.“ Nachsatz: „Ich bin stolz auf die Expertise im neuen dreizehnköpfigen Vorstand – so betrachtet sehe ich mich als dreizehnter Krieger. Denn: Wir müssen um den Digitalstandort Österreich kämpfen.“

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