Horizont Newsletter

ads.cert: Transparenz gegen Anzeigenbetrug

© Ivan Kruk/stock.adobe.com

AdFraud gilt bei Programmatic Advertising nach wie vor als Problem. Die AdTech-Branche könnte nun mit einer Transparenzoffensive gegen betrügerische Anbieter vorgehen.

 

Adfraud stellt ein zunehmendes Problem für Programmatic Advertising dar. Allen voran die Falschdarstellung gebuchter Anzeigen ist eine der häufigsten Formen des Anzeigenbetrugs. Bislang ist es 2018 zu doppelt so vielen Adfraud-Fällen gekommen wie im vergangenen Jahr, zeigt der "Mobile Fraud Guide" von Adjust. Insbesondere der E-Commerce ist demnach stark betroffen. Die AdTech-Branche könnte nun mit einer Transparenzoffensive gegen betrügerische Anbieter vorgehen.

Der Grundstein wurde gelegt

Ads.txt steht für „Authorized Digital Sellers“ und ist bereits seit dem letzten Jahr ein Ansatz, dem systematischen Anzeigenbetrug gegenzusteuern. Dabei handelt es sich um ein Skript auf Publisherseiten, das allen in den Einkaufsprozess involvierten Unternehmen offenlegt, welche Plattformen autorisiert sind, das Inventar eines Publishers der Einkaufsseite programmatisch anzubieten. Dass immer mehr Verlage ads.txt adaptieren, zeugt von einer Bereitschaft, die betrügerischen Praktiken zu unterbinden.

Ein nächster Schritt

Zwar konnte mit ads.txt einigen Betrügern der Riegel vorgeschoben werden, aber auch hier werden Lücken gefunden, den Sicherheitsmechanismus zu umgehen. Abhilfe könnte nun die zusätzliche Verwendung von ads.cert schaffen. Durch ads.txt war es bislang möglich, die Herkunft zu verifizieren. Einen Schritt weiter geht ads.cert, mit dessen Hilfe auch die verwendeten Inhalte zertifiziert werden können. Infolgedessen könnte eine nachträgliche und ohne Legitimierung durchgeführte Änderung der verkauften Anzeige, wie beispielsweise die Darstellungsform, nachvollzogen und überprüft werden.

Transparenz – what else?

Nachdem sich ads.txt nach und nach etabliert, haben es die Anzeigenbetrüger explizit auf Käufer abgesehen, die diesen Sicherheitsmechanismus noch nicht einsetzen. Obwohl ads.cert eine weitere Maßnahme ist, könnte auch in diesen Schlupflöcher erkannt und genutzt werden. Um der betrügerischen Vortäuschung einer Werbeleistung entgegenzuwirken sowie die korrekte Auslieferung der Werbemittel zu gewährleisten, könnten sich sowohl Verkäufer als auch Käufer zukünftig der vollen Transparenz verpflichten und die gesamte Kampagnenauslieferung offenlegen.

[Peter Saxer]

0 Kommentare

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder
Netiquette auf HORIZONT online

Das könnte Sie auch interessieren