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Abschied vom Free-TV?

Moderator Hans Mahr stellt Geschäftsmodelle auf den Prüfstand.

An ein Ende vom Free-TV hat auf dem Podium so recht (fast) niemand geglaubt, denn das werbefinanzierte Geschäftsmodell scheint nachhaltig zu funktionieren - Krise hin oder her. Die Frage ist nur, wer wird sich wie dem Pay-Modell bedienen.

 

Für ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz ist Pay-TV bis auf einzelne Nischenangebote bis auf weiteres "definitiv kein Thema" - schließlich würden 98 Prozent der Österreicher durch die Gebühren bereits für das TV-Programm bezahlen. Auch Pay-Apps wie derzeit in Deutschland diskutiert, sind für ihn nicht virulent.

Für Tobias Schmidt von RTL sind die diversen kleinen Pay-Angebote der Sendergruppe "eine gute Ergänzung zum Geldverdienen".

Eine Lanze für das Pay-TV bricht naturgemäß Kai Mitterlehner, Österreichgeschäftsführer von Sky: "Mit Pay-TV erzielen alle Akteure deutliche bessere Erlöse". Für die nächsten großen Rechtausschreibungen brauche es jedoch noch einige "Innovationen", um die Kundenbasis zu steigern.

Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer von Astra Deutschland, hingegen freut sich über Vielfalt, "das ist unser Wachstumstreiber - allerding sehen wir uns hier nicht als Gatekeeper, wir nehmen keine Zensur vor, wir nehmen jeden Contentanbieter mit jedem Geschäftsmodell".

Ganz im Gegenteil zu den Infrastruktur- und Telekommunikationsbetreibern. Hier herrscht die Angst, dass sie mit ihrem vielen Geld weiter ins Contentgeschäft einsteigen und hier monopolistisch agieren könnten und nicht mehr alle Inhalte frei zum Zuschauer gelangen können. Außerdem sei Pay-TV bei Kabelbetreibern laut Moderator Hans Mahr sowieso ein "Tripple-Pay-Angebot" (GIS-Gebühren, Kabelgebühren und Pay-Gebühren).

Seine Pay-Gebühren rechtfertigt UPC-Chef Thomas Hintze mit der "technischen Interaktion, der Schnittstelle zum Endkunden" - und mit den 100 Millionen Euro Investment pro Jahr für die Bereitstellung der Infrastruktur, und demnächst für die Volldigitalisierung, unter anderem auch "für die Distribution von Paymodellen bestehender Partner".

Konsumentenvertreter Werner Muhm von der Arbeiterkammer verteidigt das Free-TV mit den Worten "Fersehen ist ein Menschenrecht, identitätsstiftend, integrationsfördernd" und Pay-TV würde breite Bevölkerung ausschließen. Für Sky-Chef Mitterlechner ein "vorgeschobenes Argument von Free-TV-Anbietern, um die Rechte dort zu halten".

Im Kreuzfeuer der Kritik stand auch Google-TV, das 2011 starten soll, und dem ähnlich wie Google News ein "parasitäres Geschäftsmodell" vorgeworfen wird. Thomas de Buhr von Google Deutschland - am Podium deshalb "der Vampir" genannt - verteidigt sich: "Auch hier geht es nur um die Auffindbarmachung von Inhalten".

Einig war sich das Podium einhellig, dass HDTV der zukünftige TV-Standard sein wird, wenn die HD-Settop-Boxen -zusätzlich zu den HD-ready-Flatscreens- in den Haushalten Einzug gehalten haben.

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