Horizont Newsletter

Rückblick & Vorschau: 'Kreativbranche wird nie mehr so langsam sein'

Andreas Spielvogel legt Kreativen Selbstkritik und „Lust auf echte Ideen“ nahe, um Kunden und Käufer mit Kampagnenideen überzeugen zu können.
© DDB Wien

Andreas Spielvogel wurde im Oktober zum neuen Präsidenten des CCA gewählt – und will das Amt nützen, um der Branche "Mut, Dinge neu zu denken" zu machen. Im HORIZONT analysiert er die Dynamik des vergangenen und anstehenden Jahres.

Dieser Gastkommentar ist zuerst in Ausgabe 50/2019 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Es scheint, als wäre die Branche auch 2019 einmal mehr dem olympischen Motto gefolgt: schneller, höher, weiter. In noch kürzerer Zeit bringen die heimischen Agenturen Lösungen für noch höhere Umsatzzahlen, für weitere Absatzmärkte. Und das, obwohl sich der Motor Wirtschaft offensichtlich verlangsamt. „Jetzt erst recht? Creativity to hell, we have to sell?”

Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist Kreativität, die auf Konsumenten-Insights beruht, ein vielversprechender Schlüssel zum Erfolg. Wer also in „guten“ Zeiten mutig war, holt sich seinen Lohn dann, wenn die Konjunkturkurve nach unten sinkt. Relevante Kreativität stellt nämlich das unersetzbare Herzstück einer jeden Kampagne dar – relevante Kreativität ist, das zeigt eine Vielzahl an Studien, besser für das Geschäft.

Genau diesem Thema wird sich der Creativ Club Austria (CCA) im Jahr 2020 besonders widmen – frei nach dem Motto „Lust auf echte Ideen“. Es geht um ausgezeichnete Kreation, die die Branche mit ungesehenen Ideen beflügelt und zugleich ihren Auftraggebern echte Erfolge beschert.

Für diese „Lust auf echte Ideen“ engagiert sich der Creativ Club Austria im neuen Jahr und denkt über radikale Schritte nach: von neuen, zeitgemäßen Veranstaltungen zu aktuellen Themen, die die Branche wirklich bewegen; neuen Kategorien beim Venus-Award, die den Fokus verstärkt auf Kreativität und Relevanz setzen – sowie neuen Kriterien für die Auswahl der Juroren bis hin zu einem neuen Modus beim Bewerten dieser „echten Ideen“ im Zuge der CCA-Venus-Jury. Dazu kommt erstmals die Einladung von ­Gastjuroren aus den deutschsprachigen Art ­Director Clubs in Deutschland und der Schweiz, die in jeder einzelnen Kategorie für noch mehr Objektivität, für eine verstärkte Diskussion, aber auch für schonungslose Offenheit sorgen werden.

Es braucht mehr Menschen, die sich für „echte Ideen“ in unserem Land einsetzen. Und wir wollen gemeinsam mit diesen Menschen eine Plattform bilden, die diesen „echten Ideen“ zum Durchbruch verhilft, ihnen eine Bühne bietet und den Nährboden für neue, noch bessere Kreativität in diesem Land bildet – mit Freude, Respekt und Wertschätzung füreinander.