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Online-Videothek „Flimmit“ darf Teil des öffentlich-rechtlichen ORF-Angebotes werden

© Flimmit

Im zweiten Anlauf und mit einem neuen Konzept entscheidet die KommAustria positiv - allerdings noch nicht rechtskräftig.

Die Medienbehörde KommAustria genehmigt dem Österreichischen Rundfunk (ORF) den Betrieb eines Online-Videoabrufdienstes, der aus einer Kombination von ORF-Gebühren und Abonnements finanziert werden soll. Damit darf die Online-Videothek "Flimmit" Teil des des öffentlich-rechtlichen ORF-Angebotes werden. Ein entsprechendes Angebotskonzept hatte der ORF im April dieses Jahres in einem zweiten Anlauf bei der Behörde vorgelegt.

Der ORF will damit die bisher über Tochtergesellschaften in seinem Besitz befindliche, kommerzielle Online-Videothek „Flimmit“ zu einem eigenen, öffentlich-rechtlichen und werbefreien Abrufdienst umbauen. Die Inhalte sollen dann zu 95 % aus im ORF TV-Programm ausgestrahlten Sendungen bestehen und mit Fremdproduktionen ergänzt werden. Zum weit überwiegenden Teil soll das Angebot österreichische und europäische Werke enthalten, davon zu etwa 2/3 Eigen-, Auftrags- und Co-Produktionen des ORF. Darin erkennt die Behörde einen kulturellen Mehrwert und einen Beitrag zur Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrages, wie sie in einer Pressemeldung mitteilte.

Antrag 2018 abgelehnt

Einen vergleichbaren Antrag hatte die Behörde 2018 abgelehnt, weil das damalige Finanzierungskonzept den im ORF-Gesetz geforderten Nachweis der wirtschaftlichen Tragbarkeit nicht ausreichend darlegte.Offen blieb damals, in welchem Ausmaß und wofür genau das ORF-Programmentgelt hinzugezogen werden sollte.

In dem nun positiv beschiedenen Antrag hat der ORF dies mit einem Betrag von 500.000 bis 600.000 Euro pro Jahr eindeutig beziffert und gedeckelt. Außerdem präzisierte er, dass das Programmentgelt für die Bereitstellung der Plattform verwendet wird, während zusätzliche Ausgaben wie die Online-Nutzungsrechte der Videos durch die Abo-Einnahmen finanziert werden sollen. Das Abonnement soll knapp 30 Euro pro Jahr kosten, in rund 10 Jahren sollen rund 50.000 Abonnenten erreicht sein. Eine Teilfinanzierung durch Abonnements ist dem ORF weder durch nationales noch nach europäischem Recht untersagt.

Mit einem Amtsgutachten untersuchte die KommAustria zudem die Wettbewerbsauswirkungen des künftigen ORF-Abrufdienstes auf bestehende oder potentielle andere Marktteilnehmer und kam zu dem Ergebnis, dass ein nach Inhalt und Erlösmodell gleichartiges Angebot nicht am Markt verfügbar ist. Daher werde das Vorhaben im Verhältnis zu seinem öffentlich-rechtlichen Mehrwert keine unverhältnismäßig negativen Auswirkungen auf andere, in Österreich tätige Medienunternehmen haben, teilte das Unternehmen mit. Der Bescheid ist noch nicht rechtskräftig. In einer ersten Stellungnahme begrüßte der ORF die Genehmigung: "Der ORF wird diesen behördlichen Auftrag in den nächsten Monaten umsetzen und dabei das bisherige Flimmit-Angebot einem grundlegenden Relaunch unterziehen." 

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