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"Furche" mit Relaunch in Print und Online, Zeitmaschine inklusive

"Furche"-Geschäftsführerin Nicole Schwarzenbrunner mit Chefredakteurin Doris Helmberger-Fleckl bei der Präsentation des Relaunches
© Kati Buder

Offline wie online kommt die "Furche" nun mit runderneuertem Auftritt daher. Vor allem die neue "Navigator"-Funktion, die online als Zeitmaschine in das Archiv der Wochenzeitung der Wochenzeitung fungieren soll, wurde bei der Präsentation im Wiener MuseumsQuartier betont.

Rund 300 Gäste, darunter Styria-Vorstandsvorsitzender Markus Mair, Styria-Vorstand Kurt Kribitz, Journalismuslegende Hugo Portisch und Musiker Hubert von Goisern, waren mit dabei, als die österreichische Wochenzeitung am Donnerstag im Wiener MuseumsQuartier nicht nur ihren Print-Relaunch präsentierte, sondern auch den neuen Furche-Navigator als "Herzstück ihrer Digitalstrategie". Dieser stellt zu einem gewählten Artikel jeweils andere thematisch verknüpfte Berichte aus dem Archiv per Zeitleiste, durch die mit einem Schuber manövriert werden kann, zur Verfügung. Geplant ist, das gesamte Archiv seit Gründung der Zeitung 1945 so zu erschließen. Schon jetzt sind die letzten 20 Jahre online.

Journalismuslegende Hugo Portisch mit "Furche"-Herausgeber Heinz Nußbaumer

Man habe das Archiv mit Texten etwa von Václav Havel, Kardinal König, Ilse Aichinger, Viktor Frankl, Heinz Fischer und vielen anderen mehr als "größten Schatz der Furche" heben wollen, hieß es seitens der Zeitung. Die Verknüpfung soll nicht nur mittels Keywords, sondern auch durch KI jene Beiträge anzeigen, die den Interessen des jeweiligen Lesers entsprechen könnten. Zusätzlich werden die Verknüpfungen nun für „Diskurspakete“ genützt, die alle relevanten Beiträge des eigenen Bestands zu einem aktuellen Thema beinhalten. Derzeit sind das etwa Beiträge über Literaturnobelpreisträger Peter Handke oder das Thema Klimawandel.

„Unser Projekt ist deshalb so spannend, weil aktuelle Debatten durch diese historische Perspektive in völlig neuem Licht erscheinen können“, meint Chefredakteurin Doris Helmberger-Fleckl. „Es verändert etwa die Perspektive, wenn man sieht, wie deutlich sich im Laufe der Zeit die Assoziationen zum Thema ,Islam' verändert haben. Oder wenn man umgekehrt liest, dass schon 1998 nach der Klimakonferenz von Kyoto endlich Maßnahmen eingemahnt wurden – mit fast identen Worten wie heute.“ Geschäftsführerin Nicole Schwarzenbrunner sieht ihrerseits eine "einzigartige Verschränkung von journalistischer Kompetenz und technologischem Know-how“. Damit wolle man neben der Stammleserschaft auch Menschen ansprechen, "die noch gar nicht wissen, dass sie die Furche lesen möchten".

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