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Kryptowährungen für Österreichische Nationalbank derzeit keine Systemgefahr

© Bitcoin

Der Krypto-Experte der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Beat Weber, sieht in Kryptowährungen derzeit keine Gefahr für das vorherrschende Finanzsystem. "Ich sehe hier eher eine Nische für technisch Affine", so Weber am Mittwoch bei einer von der Jungen Wirtschaft und dem "Kurier" organisierten Podiumsdiskussion.

Auch für Personen, die ins Ausland gehen, um Arbeit zu finden und dann einen Teil ihres Gehalts zur Unterstützung der Familie in ihr Heimatland zurücküberweisen, könnten Kryptowährungen eine Alternative sein, "ob es aber das Beste ist, weiß ich nicht", so Weber. "Dass Krypto das große Zahlungsmittel wird, sehe ich nicht," so Weber.

Aber auch wenn das gesamte System wohl nicht gefährdet werde, berge die Investition in Kryptowährungen wie Bitcoin durchaus hohe Risiken für den Einzelnen. Denn diese würden derzeit hauptsächlich für Spekulationsgeschäfte genutzt und unterlägen daher starken Kursschwankungen an den Finanzmärkten. Gerade die Wertstabilität sei jedoch ein zentrales Nutzerkriterium für eine Währung und solange Kryptowährungen dieses und andere Qualitätsmerkmale klassischer Zahlungsmittel nicht erfüllen, werden sie auch das Bargeld nicht ersetzen können, so Weber.

Keine Sorge wegen Libra

Auch die von Facebook geplante Kryptowährung Libra bereitet Weber derzeit nur bedingt Sorgen. Facebook habe mit seinen Plänen zwar "eine starke Ansage" geliefert und durchaus die Aufmerksamkeit der Behörden erweckt, sagte Weber. Dennoch müsse auch Facebook für eine Einführung von Libra regulatorische Pflichten erfüllen und ob der Konzern das schaffen werde, sei unsicher.

Nach bisherigen Plänen von Facebook soll Libra als Stablecoin konzipiert werden. Um eine gewisse Wertstabilität garantieren zu können, soll die digitale Währung daher eins zu eins mit einem Korb stabiler Währungen und Staatsanleihen abgesichert werden.

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