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Chancengleichheit zwischen Mann und Frau: So steht es um den Gleichstellungsplan des ORF

Der ORF sieht Aufholbedarf, wenn es um die Repräsentanz von Frauen (32,7 Prozent) im Bereich der eigenen Führungspositionen geht.
© ORF / Thomas Ramstorfer

In der Rolle des Arbeitgebers liefert der ORF ein Update zu seiner Gleichstellungsstrategie, die 2011/2012 begonnen und vom Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen als Good Practice auf EU-Ebene ausgezeichnet wurde.

Der ORF hat heute seinen Nachhaltigkeitsbericht für 2018/2019 veröffentlicht, der auch Auskunft über seinen österreich- und europaweit federführenden Gleichstellungsplan gibt. Dieser sieht eine Gleichstellung und Ausweitung des Anteils von Frauen in Führungspositionen vor. Im Jahr 2018 beschäftigte der ORF 3.297 Mitarbeiter. Davon waren 1.491 weiblich, was einem Frauenanteil von 44,2 Prozent entspricht. Im Jahr 2010 lag dieser Wert noch bei 42,2 Prozent. Die gesetzlich festgeschriebene Quote beträgt 45 Prozent.

Kampf gegen geschlechterspezifische Rollenzuschreibungen
Insgesamt haben sich in den letzten Jahren die geschlechterspezifischen Berufszuschreibungen eher verfestigt, konstatiert der Nachhaltigkeitsbericht. Eine Trendumkehr gestaltet sich schwierig. Redaktionelle und administrative Tätigkeiten sind tendenziell weiblich, technische männlich besetzt. Jedoch zeigt die Hauptabteilung Sport, was konsequente Maßnahmen bewirken: Frauen arbeiten mittlerweile als Moderatorinnen und Reporterinnen in allen bisher männerdominierten Bereichen (zum Beispiel Fußball).

Aufholbedarf auf Führungsebene
Jedoch ist die Repräsentanz von Frauen mit 32,7 Prozent im Bereich der Führungspositionen noch immer deutlich zu niedrig, so der Bericht. Obwohl sich die Gehaltsschere zwischen Frauen und Männern im ORF (Gender Pay Gap) im Jahr 2018 auf durchschnittlich -14,0 Prozent verkleinerte, ist dieser Wert innerhalb des Unternehmens bereichsweise sehr unterschiedlich und auch von der Altersstruktur der Mitarbeiter stark abhängig. "Die Auseinandersetzung der Führungskräfte mit der Entwicklung des bereichseigenen Wertes ist ein dringendes Anliegen der Gleichstellung", heißt es weiter.

Gleichstellungsmaßnahmen
Dafür präsentiert der ORF in seinem Nachhaltigkeitsbericht diverse Gleichstellungsmaßnahmen: Zum einen wurde zur Frauenförderung das Empowerment-Programm "Mentoring von Frauen für Frauen im ORF" und das "Curriculum zur Karriereförderung von Frauen" entwickelt. Zum anderen schafft der ORF weitere Vorraussetzungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und anderen Pflichten, wie zum Beispiel dem Führen in Teilzeit sowie der Ermöglichung von Teleworking. Darüber hinaus soll Genderkompetenz im Management kontinuierlich ausgebaut werden.

Nachdem bereits 2012 und 2017 der ORF als erstes Medienunternehmen Österreichs seinen Nachhaltigkeitsprozess zusammengefasst und veröffentlicht hat, soll der Nachhaltigkeitsbericht des ORF künftig jährlich erscheinen. "Nachhaltigkeit ist für den ORF nicht nur in seinen Programmen, sondern auch als Unternehmen ein zentrales Anliegen", erklärt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Der Bericht liefert zudem Einblicke in soziale Initiativen des Unternehmens sowie Maßnahmen im Bau- und Mobilitätsbereich und ist hier zum Download verfügbar.

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