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5G wird "Transformation des Medienkonsums weiter befeuern"

Mehr Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Netzbetreibern forderten (v.l.n.r) Marcus Grausam (A1), Maria Zesch (Magenta Telekom) und Jan Trionow (Hutchison Drei Austria).
© Johannes Brunnbauer

5G soll möglichst überall verfügbar sein und möglichst billig sein, aber wer trägt die Kosten? Auf den Österreichischen Medientagen 2019 wurden Lösungen diskutiert.

5G ist in aller Munde - auch bei den Österreichischen Medientagen diskutierten Vertreter der drei großen Telekomanbieter über die neue Technologie. „5G wird ein Standard für alle sein“, sagte Jan Trionow, CEO von Hutchison Drei Austria und leitete damit eine ausgesprochen harmonische Diskussionsrunde ein.

„5G wird künftig wohl ein Netz für alle Anwendungen sein. Ein Netz, dass das Internet of Everything befeuert. Wir sind schon mitten drin in der Transformation des Medienkonsums, der durch 5G weiter befeuert werden wird“, so Trionow.

Personalisierung und Interaktivität

Marcus Grausam, CEO der A1 Telekom Austria, glaubt, dass die Einführung von 5G vor allem zwei Effekte - auch im Medienkonsum - haben wird: „Personalisierung und Interaktivität. Mit Virtual Reality und Augmented Reality wird es durch 5G einen riesengroßen Schub geben."

Eine Herausforderung, so war sich das Panel ebenfalls einig, werde der Ausbau des Netzes werden. „Man könnte jede beliebige Zahl von Milliarden Euro nennen“, sagte Trionow auf die möglichen Kosten des 5G-Ausbaus in ganz Europa. Da sei es jedenfalls „wenig hilfreich, wenn kleine, lokale Player gegeneinander arbeiten“ würden. Für den Ausbau brauche es auch die Unterstützung der Politik, vor allem, wenn es um Investition im ländlichen Raum gehe. Zu Investitionen sei man bereit, meinte Trionow, „wenn die Rahmenbedingungen stimmen". 

Mehr Kooperation mit der öffentlichen Hand

Alle Teilnehmer erwarteten sich mehr Kooperation zwischen der öffentlichen Hand und den Betreibern. Wenn zum Beispiel Bahnstrecken flächendeckend mit 5G versorgt werden sollen, sollten die öffentlichen Träger auch bei der Infrastruktur behilflich sein. 

„80 bis 85 Prozent des Verkehrs wird durch YouTube verursacht. Da verdient vor allem einer und das sind nicht die Netzbetreiber", meinte Maria Zesch von Magenta Telekom.

Die in Österreich besonders tiefen Preise für Telekommunikationsleistungen sind - auch da waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig - ebenfalls herausfordernd. Maria Zesch, CCO der Magenta Telekom, schielt bei den Kosten aber nicht nur auf die Kunden: „80 bis 85 Prozent des Verkehrs wird durch YouTube verursacht. Da verdient vor allem einer und das sind nicht die Netzbetreiber.“ Google und Co. würden profitieren, während die Netzbetreiber die Investititionen tätigen. Dieses Problem sei noch nicht gelöst.

Eigene Content-Produktion

Immer mehr Telekomanbieter steigen folglich auch öfter ins Content-Geschäft ein. Magenta Telekom hat erst unlängst UPC gekauft. „Wir haben uns damit breit aufgestellt“, sagte Zesch. Eigenen Content für Österreich produzieren wolle man jedoch nicht. „Auf der TV-Seite arbeiten wir sehr gerne mit den Spielern in Österreich zusammen“. In Deutschland hingegen verfolgt die Telekom die Strategie, selbst in Content zu investieren. Österreich, so Zesch, sei dafür aber wohl zu klein. 

Auch die Telekom investiert in eigenen Content, wie Grausam erklärte: „Wenn es Nachfrage und Interesse vom Kunden nach Content gibt, dann werden wir in diese Richtung gehen.“ Das muss nicht nur Content-Produktion selbst sein, sondern könne zum Beispiel auch die Aggregation von Content betreffen.

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