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Das bringt Tag zwei der Österreichischen Medientage 2019

Zum krönenden Abschluss der Medientage wird eine "Jury" der heimischen Medien- und Kommunikationsbranche die Positionen der anwesenden Vertreter aller politischen Parteien abklopfen.
© Erste Campus/Christian Wind

Nach einer Keynote von Giovanni di Lorenzo und einer weiteren großen Medienrunde kommen Marketer und digitale Bannerträger an Tag zwei der Österreichischen Medientage 2019 mit Panels, Referaten und Keynoterin Tijen Onaran auf ihre Rechnung, bevor der Event, nach Schwerpunkten etwa auch auf dem Geschäft der Nachrichtenagenturen, in einer Grand-Hall-Debatte von "Politik vs. Medien" in die Zielgerade biegt.

Gleich zu Beginn des zweiten von zwei Medientagen steht die Keynote von Zeit-Chefredakteur Di Lorenzo an, der bereits in seinem HORIZONT-Interview mit pointierten Standpunkten zu den aktuellen Anforderungen für Journalismus - und auch Kritik an heimischen Medienvertretern - aufhorchen hat lassen. Nach dem Print-Apologeten gehört die Bühne in der Grand Hall allerdings der Debatte, wie Medienhäuser digital Geld verdienen können. Vertreten ist nicht nur Di Lorenzos "digitales Spiegelbild" bei der Zeit-Mediengruppe, Christian Röpke, sondern auch Veit Dengler (Bauer Media), Eva Dichand (Heute), Markus Mair (Styria), Hermann Petz (Moser Holding) und Gudula Walterskirchen (NÖN).

Fortgeführt wird die Digital-Erlös-Achse in einem Referat von Andreas Gall (Red Bull Media House), bevor das Thema wohl auch in der Bestandsaufnahme medialer "Sorgenkinder und Wunderknaben" eine Rolle spielen wird. Es diskutieren Marlene Auer (Kurier Medienhaus), Margaret Childs (Home Town Media), Maria Jelenko-Benedikt (RMA), Andreas Kornhofer (Red Bull Media House), Thomas Kralinger (Kurier Medienhaus), Uschi Pöttler-Fellner (Echo Medienhaus) und Christian Rainer (profil).

Geballte Ladung Zukunft

Auf der Stage One findet zugleich der Schwerpunkt Innovation statt, und darin wiederum ein China-Schwerpunkt. Der Bogen der behandelten Themen streckt sich von KI und Marketing-Automatisierung bis zu Crowd-basierten Algorithmen. Vor einer kurzen Pause, die sich zum "Zappen" zwischen Stage One und Grand Hall anbietet, steht außerdem ein Panel zur Distribution als "wahrem Hebel der Macht" an. Mit digitalem Fokus geht es danach auch in der Grand Hall weiter, wenn Keynoterin Tijen Onaran (Global Digital Women) argumentiert, warum Diversität auch und gerade jenen nützt, die sie fördern. Danach sind auf dem 5G-Panel mit Marcus Grausam (A1), Jan Trionow (Hutchison) und Maria Zesch (Magenta Telekom) nicht nur die drei großen Telkos versammelt, sondern mit Michael Wagenhofer (ORS) und Ulrike Huemer (Digital City Wien) auch die regulatorische und Anwender-Perspektive vertreten.

Um Marketing und Werbung geht es währenddessen auf der Stage One, wenn sich zuerst Lisa Fuchs (RHI Magnesita) und Magdalena Moll (OMV) über B2B-Marketing austauschen und dann ein Bild der "Agentur der Zukunft" entworfen wird - mit Martin Blach (Hirschen Group), Lilian Meyer-Janzek (Accenture), Martin Radjaby (Erste Bank), Marco Schreuder (WKO-Fachgruppe Wien), Silke Übele (Wavemaker) und Grafikerin Lisa Weber. Quasi um den Bewegtbildkonsum der Zukunft geht es daran anschließend mit der Diskussion über Mediatheken und Videoportale, mit Vertretern der privaten als auch öffentlich-rechtlichen Seite. Bevor zum Abschluss auf der Stage One noch die Rolle von Big Tech diskutiert wird, lässt ein Dialog zwischen Peter Kropsch (dpa) und Clemens Pig (APA) zu erfolgversprechenden Strategien von Nachrichtenagenturen angesichts der ganz unterschiedlich aufgestellten Geschäftsmodelle spannende Argumentationen erwarten.

Medien-Jury fällt Urteil über Politik

In der Grand Hall gehört der Nachmittag zuerst der Bewegtbild-Fiction, wobei mit Marcus Ammon (Sky), Christoph Schneider (Amazon Prime Video) und Kathrin Zechner (ORF) die Pole PayTV, Streaming und öffentlich-rechtlich aufeinandertreffen. Danach erfolgt ein Ausflug in die neue Welt des Sponsoring, unter anderem mit Event-Veteran Hannes Jagerhofer. Den krönenden Abschluss der Medientage bildet schließlich - drei Tage vor der Nationalratswahl - die große medienpolitische Debatte mit Vertreterinnen und Vertretern aller politischen Parteien, die sich dem "Jury"-Verdikt der heimischen Medien- und Kommunikationsbranche stellen müssen: Corinna Drumm (VÖP), Gerald Grünberger (VÖZ), Peter Lammerhuber (IGMA) und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

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