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Update für Googles Chrome lässt Paywall-Strukturen wackeln

Medien wie die "New York Times" und die "Washington Post" müssen sich schnell neue Paywall-Strukturen überlegen.
© APA/AFP

Ein Update für Googles Browser Chrome bringt Medien mit metered paywalls in Zugzwang: Schon mit 30. Juli dürfte das bisherige Modell mit einer begrenzten Zahl von Gratis-Stories pro Monat oder Woche in seiner bisherigen Form der Vergangenheit angehören.

Der Kniff von Medienhäusern, Usern für eine Handvoll Artikel pro Woche oder Monat einen Blick über die Paywall zu erlauben und so aus Gratis-News-Konsumenten zahlende Digitalabonnenten zu machen, verliert mit Version 76 von Googles Browser Chrome einen Gutteil seiner Funktion. Das schon für 30. Juli erwartete Update stärkt die "Inkognito"-Funktion insofern, als beim Host der abgerufenen Inhalte nicht mehr festgestellt werden kann, ob im regulären oder im Inkognito-Modus gesurft wird.

Medien von New York Times und Washington Post abwärts riegeln ihre Inhalte bisher vor anonymen Surfern gänzlich ab. Das anonyme Surfen suggeriert den Servern, dass es sich um erstmalige Besucher handelt. Die entsprechenden Cookies, die die Zahl der gelesenen Gratis-Artikel mitzählen, werden durch das anonyme Surfen jedoch nach Beendigung der Session gelöscht. Nur wenige User, die trotzdem an Gratis-Artikel kommen wollten, machten sich bisher die Mühe, im regulären Modus zu surfen und die Cookies dann manuell zu löschen - was de facto einen identen Zustand wie beim "Inkognito"-Modus bedeutet.

Google argumentiert in der Ankündigung des Privacy-Updates auf dem Firmenblog dementsprechend, dass die metered Paywalls schon bisher "inhärent porös" gewesen seien und widmet den Aspekten des kommenden Chrome-Updates für Publisher einigen Raum. Darin warnt der IT-Riese die Medienhäuser, ihre Paywalls noch weiter hochzufahren und somit potenzielle Abonennten zu vergraulen. Auch sei man zum Dialog über mögliche weitere Updates am Browser, die die Interessen der Medien und jener von Googles Privacy-Politik berücksichtigten, bereit. In Österreich nutzen laut jüngsten Angaben der ÖWA 42,4 Prozent aller Surfer Chrome.

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