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Schwacher Quartalsbericht für Netflix

Netflix schaffte zwar einen Anstieg auf etwa 152 Millionen bezahlte Mitgliedschaften, die erwarteten fünf Millionen Neu-Abonnenten blieben jedoch aus. Auf Werbung will der Streaming-Dienst aber weiterhin verzichten.
© APA /dpa

Im jüngsten Quartal büßte der Streaming-Riese besonders auf dem US-Markt Kunden ein und auch bei den Neu-Abonnenten blieb Netflix unter seiner eigenen Prognose - der Konkurrenzdruck macht sich bemerkbar. Der Umsatz übertraf jedoch die Vorhersagen der Wall Street.

 

Für die Gruselserie "Stranger Things" erhält Netflix derzeit viel Zuspruch, den jüngsten Quartalsbericht sehen Anleger jedoch alles andere als positiv. In den drei Monaten bis Ende Juni gewann Netflix weltweit  lediglich etwa 2,7 Millionen neue Bezahlabos hinzu, wie der Online-Videodienst am Mittwoch nach US-Börsenschluss im kalifornischen Los Gatos mitteilte. Allein in den USA büßte Netflix 130.000 Kunden ein. Das könnte jedoch auch eine erste Reaktion auf die Preiserhöhung der Abos sein. 

Mit den Nutzerzahlen blieb Netflix weit unter den Erwartungen der Wall-Street-Experten und auch unter seiner eigenen Prognose von fünf Millionen neuen Nutzern, schaffte aber insgesamt noch einen Anstieg auf knapp 152 Millionen bezahlte Mitgliedschaften. Die Investoren reagierten jedoch nervös und ließen die Aktie im nachbörslichen US-Handel zeitweise um 13 Prozent fallen.

Der Streaming-Riese konnte im Jahresvergleich seinen Umsatz um 26 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar (etwa 4,4 Milliarden Euro) erhöhen; der Gewinn übertraf mit 270,7 Millionen Dollar die Vorhersagen der Wall Street.  In naher Zukunft wird Netflix auch noch an anderer Front zu kämpfen haben: Nicht nur Disney mit Disney Plus, sondern auch der zu AT&T gehörende Konkurrent WarnerMedia mit seinem Bezahlsender HBO ("Game of Thrones") und NBCUniversal haben Konkurrenz-Services in der Pipeline.

Schlecht aufgestellt ist das Unternehmen trotzdem nicht. Netflix hat ein enormes Produktionsbudget - alleine heuer dürften rund 15 Milliarden Dollar in exklusive Inhalte fließen. Angesichts der jüngsten Entwicklung verwundert es aber wenig, dass Netflix keine Pläne hat, die Einnahmen durch Werbung zu erhöhen. Dass das Kunden erst richtig abschrecken könnte, ist dem Unternehmen bewusst. "Wir glauben, dass wir langfristig ein wertvolleres Geschäft betreiben, indem wir uns aus dem Wettbewerb um Werbeeinnahmen heraushalten und stattdessen voll und ganz um die Zufriedenheit der Zuschauer konkurrieren", heißt es im Brief an die Aktionäre.

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