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Milliardenpotenzial: So wertvoll sind die heimischen Marken

© Ludwig Schedl

Das European Brand Institute hat auch heuer die wertvollsten Markenunternehmen in Österreich ermittelt. Führend sind Red Bull, Swarovski und Novomatic, Signa Retail schafft es erstmals unter die Top 10 der umsatzstärksten Unternehmen.

Basierend auf dem trend-TOP-500 Ranking der umsatzstärksten Unternehmen Österreichs" hat das European Brand Institute (EBI) im Juni zum 16. Mal seine Österreichische Markenwert Studie durchgeführt. Ein "Milliardenpotenzial" sieht der Studienautor und EBI-Präsident Gerhard Hrebicek in den heimischen Marken, sollten die letztgültigen internationalen Standards bei den Lead-Brands eingeführt werden. "Aus volkswirtschaftlicher Sicht ergeben sich daraus Investments in Marken, neue Jobs, ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts und damit mehr Wohlstand", ergänzt Hrebicek. 

Die zehn wertvollsten Markenunternehmen erwirtschafteten mehr als 31.076 Milliarden Euro und wachsen durchschnittlich um plus 6 Prozent. Der Omni-Channel-Anbieter Signa Retail erweist sich als das wachstumsstärkste Markenunternehmen 2019 mit einem Plus von 43 Prozent, womit sein Markenwert 904 Millionen Euro betragen soll. Mit diesen Zahlen schaffte Signa Retail auch den Sprung unter die Top 10 der wertvollsten Austro-Marken. 

Die "Top 10 Brand Corporations" werden ausgehend vom Markenwert von Red Bull, Swarovski und Novomatic angeführt. Die "Wachstumssieger sind neben der Signa Retail die OMV (plus 8,2 Prozent) und die Erste Group (plus 4,2 Prozent). Alle Top-10-Marken zusammen steigern ihren Gesamtwert im Vorjahresvergleich von 30.467 Milliarden Euro auf 31.076 Milliarden Euro. Das genaue Ranking mit Zahlen finden Sie unten im Bild. 

Herbert Kovar, Managing Parter Tax bei Deloitte Österreich kommentiert die Ergebnisse: "Immaterielle Wirtschaftsgüter wie Marken und Patente sind Werttreiber der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts. Die erfolgreiche Bewirtschaftung dieser immateriellen Wirtschaftsgüter wird darüber entscheiden, ob Unternehmen erfolgreich sein oder untergehen werden. Dementsprechend sollte die nächste Bundesregierung Anreize schaffen, damit Unternehmen eine professionelle Bewirtschaftung ermöglicht wird – wichtige Stichworte sind Aktivierungsmöglichkeiten für selbstentwickelte Marken im Jahresabschluss und zielgerichtete steuerliche Investitionsanreize."

"Europa der Regionen ist nicht nur ein politisches Schlagwort, sondern wächst die wirtschaftliche Bedeutung von Regionen in Europa ständig", sagt Gerald Ganzger, Partner Lansky, Ganzger & Partner. "Dementsprechend ist es für die europäischen Regionen immer wichtiger, die Charakteristika der jeweiligen Region durch Marken zu versinnbildlichen. Dies hat nicht nur eine immense Bedeutung für den Tourismus, sondern auch immer mehr für Investoren bei der Entscheidung der Standortwahl." 

Und Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin Leitbetriebe Österreich ergänzt: "Wirklich attraktive Arbeitsplätze gibt es nur in attraktiven Regionen. Vor allem die gut qualifizierten und talentierten Mitarbeiter entscheiden sich nicht mehr unter reinen Finanz- und Karriereaspekten für oder gegen einen Arbeitgeber. Sie suchen eine optimale Work/Life-Balance und wenn die Standortregion eines Unternehmens keine starke Marke ist, wird es im Kampf um die besten Mitarbeiter immer schlechte Karten haben. Hingegen kann eine Region, die sich zu einer starken, positiv besetzten Marke entwickelt hat, ein wichtiges Argument bei einer Arbeitsplatzentscheidung sein und so das Employer Branding jedes Unternehmens entscheidend unterstützen."

Die Österreichische Markenwert Studie ermittelt ihre Ergebnisse aus den "trend-TOP500-Ranking der umsatzstärksten Unternehmen Österreichs", die sich zu mehr als 45 Prozent in österreichischem Eigentum befinden und deren Markenwerte nach dem aktuellen internationalen Standards ISO 10668 und ÖNORM A 6800 bewertet wurden. 

 

Österreichische Markenunternehmen weisen laut dem Studienautor Gerhard Hrabicek ein Milliardenpotenzial auf.

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