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Täglicher Medienkonsum überspringt Acht-Stunden-Grenze

Die Wachstumsraten bei Mobile flachen langsam ab, auch in Entwicklungsländern ist der Markt langsam abgedeckt.
© A. und I. Kruk / Adobe Stock

Laut einer Studie von Zenith konsumieren Menschen heuer weltweit im Schnitt erstmals acht Stunden pro Tag Medieninhalte, eine ganze Stunde mehr als noch 2013. Der Anstieg ist vor allem durch das mobile Internet angetrieben. Während einige Medien deutlich darunter leiden, zeigen sich andere erstaunlich robust.

In der inzwischen fünften der jährlichen Media Consumption Forecasts sieht Zenith den durchschnittlichen täglichen Medienkonsum (bei insgesamt 57 bewerteten Ländern weltweit) auf 479 Minuten gestiegen und die Acht-Stunden-Grenze damit de facto gefallen. Eine weitere Steigerung wird vorhergesagt: 2021 soll der Medienkonsum bereits bei 495 Minuten pro Tag liegen - getrieben vor allem durch mobiles Internet. Schon jetzt macht es 27 Prozent des gesamten Medienkonsums aus, bis 2021 soll der Anteil auf 31 Prozent steigen.

Das bedeutet zugleich ein langsames Abflachen des Mobile-Wachstums. Zenith begründet das mit beginnender Marktsättigung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Zum Unterschied von jährlich durchschnittlich 13 Prozent Wachstum auf dem Mobile-Markt seien bis 2021 Wachstumsraten von rund acht Prozent zu erwarten. Damit wird etwa laut Zenith TV auch noch in drei Jahren das stärkste Medium sein, mit dann 33 Prozent Anteil am gesamten täglichen Medienkonsum. Für TV würde das allerdings Einbußen von zwei Prozentpunkten bedeuten: Jetzt sieht Zenith den Anteil bei 35 Prozent.

Auch Radio wächst

Andere Medien leiden deutlicher unter dem Wachstum des Mobile-Sektors: Zetungen wurden etwa laut der Erhebung 2014 noch 17 Minuten täglich gelesen, heuer aber nur noch elf Minuten, die Magazinen täglich gewidmete Zeit sank demnach im selben Zeitraum von acht auf vier Minuten. Zu beachten gilt es dabei allerdings, dass Web-Inhalte von Print-Inhalten zu den Online-Medien gezählt werden, und dass die globale Sicht gerade bei Print den Blick etwa auf mitteleuropäische Verhältnisse verfälscht. Das gilt etwa auch für Kino, das 2014 noch keine zwei Minuten täglichen Anteil am Medienkonsum hatte, nun aber - und das fast ausschließlich durch den Boom in China - bei drei Minuten täglich liegt.

Bestätigt werden durch Zenith allerdings optimistische Prognosen für das Medium Radio: Wurden 2014 noch durchschnittlich 53 Minuten täglich Radio gehört, so sind es heuer schon 55. Auch dabei wurde nur linear ausgestrahltes Radio gewertet. Jonathan Barnard, Head of Forecasting bei Zenith, macht allerdings darauf aufmerksam, dass nicht nur der Medienkonsum an sich steigt, sondern sich das Medienbild selbst wandelt: "Medien bedeutet jetzt auch Preisvergleich auf Einkaufsstraßen, mit Freunden Witze austauschen und den nächsten Urlaub buchen, was neue Möglichkeiten für Marken eröffnet, mit ihren Kunden in Kontakt zu treten".

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