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‘Es braucht weiter Vertrauen‘

Wie die Marktbedingungen für Agenturen im Jahr 2030 aussehen werden, war Thema der gestrigen Diskussionsrunde.
© AdobeStock

Mit der Zukunft der Agenturen in Zeiten der digitalen Disruption hat sich der 34. Talk des Forum Mediaplanung (FMP) beschäftigt.

Die Beschleunigung der Technologieentwicklung würde die Businessmodelle der Mediaagenturen stark beeinflussen, skizzierte Petra Hauser, CEO Exponential Business Hub, in ihrer Keynote. Um weiter bestehen zu können, bräuchten Agenturen einen „Purpose“, müssten sich also überlegen, warum es sie gibt. „Der Purpose liefert nachhaltige Wettbewerbsvorteile und macht widerstandsfähiger“, gab Hauser dem Publikum im weXelerate mit.

Dem pflichtete auch Jana David-Wiedemann, CEO PKP BBDO und Präsidentin Strategie Austria, in der anschließenden Paneldiskussion mit Vertretern der Agenturen- und Kundenseite, bei. Es gebe Dinge, die sich durch die Digitalisierung im Job verändern, eines allerdings nicht: „Es braucht weiter Vertrauen. Das ist die Basis der Agentur- und Kundenkommunikation“. Durch die Komplexität, die dem technologischen Wandel innewohne, sei zudem „eine viel intensiverer Austausch“ notwendig.

Dem schloss sich Markus Plank, Managing Director beim Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen adverserve, an. Die digitale Lernkurve sei bei den meisten Menschen nicht sehr ausgeprägt, konstatierte Plank das Hauptproblem im technologischen Wandel. Und: „Unsere Aufgabe ist es daher, die Kunden an Veränderungen heranzuführen“.

Dentsu Aegis-CEO Andreas Weiss sah seine Branche gut beraten, „wenn wir uns nicht zu ernst nehmen. Ein Mediaplan verändert nicht die Welt“. In der Technologie steckt für Weiss viel Kommunikation, was als „absolute Überlebensberichtigung für Agenturen“ gelte. Doch nicht alle Player würden es wohl schaffen, auf den digitalen Veränderungszug aufzuspringen.

Personal-Debatte und regionale Marken-Führerschaft

Auf der Kundenseite sah die Wahrnehmung der Zukunft der Mediaagenturen weniger rosig aus. In den 20 Jahren, die er in der Branche verbracht habe, hat sich für Erik Hofstädter trotz neuer technischer Möglichkeiten wenig verändert. Der Marketing- und Vertriebsleiter bei der NÖM AG riet radikal zu einem Personalabbau, denn mit ihren derzeitigen Geschäftsmodellen hätten die Agenturen zu viele Angestellte. Und: „Das Preis-Leistungsverhältnis muss am besten sein“. Dabei sei es für Hofstädter aus Kundensicht egal, ob die Arbeit von einem Menschen oder einer Maschine erledigt werde.

Für Andreas Vretscha, CEO MediaCom, galt es jedenfalls, neue Ausbildungsschwerpunkte für den Nachwuchs zu etablieren. Außerdem müsse im globalen Wettbewerb der Fokus auf der lokalen Pflege einer Marke bleiben. „Wir stehen alle in der Verantwortung, dass das was wir tun, auch hierbleibt“.

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