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Mit Digital-Innovationen loyale Leser gewinnen

Highlight des ersten Konferenz-Tages war die Verleihung der European Digital Media Awards.
© Samer

Die Branchenkonferenz „Digital Media Europe“ kehrt mit dem Themenschwerpunkt digitale Abonnements und User-Erfahrungen im Login-Bereich nach Wien zurück.

Wie können Medien im digitalen Zeitalter User gewinnen und bei der Stange halten? Zu dieser Frage stellt eine Reihe internationaler Experten Montag und Dienstag in der Aula der Wissenschaften ihre Best Cases vor. "Business as usual gibt es nicht mehr", betonte "Kurier"-Geschäftsführer Thomas Kralinger in seiner Funktion als stellvertretender Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) zum Auftakt. Der Bedarf nach "multimedialer Information" werde die Medienbranche auch in den kommenden Jahren vor Herausforderungen stellen.

Mit dem ursprünglichen Geschäftsmodell der Zeitungen lassen sich diese nicht mehr bewältigen, betonte auch Andiara Petterle, SVP of Product Development and Operations der brasilianischen Mediengruppe RBS. "Print hilft uns, die Zeit zu finanzieren, die wir für den Ausbau des Digitalen brauchen", so Petterle. Aber: Im Print-Sektor gebe es kein Wachstum mehr. Um digitale Zuwächse zu erzielen, gelte es eine integrierte Struktur für die verschiedenen Kanäle zu schaffen. Und: "Wir müssen uns überlegen, was der User auf welchem Kanal zu welcher Zeit sehen, hören oder lesen will."

Den Schlüssel zu attraktivem Content für die User sah Pål Nedregotten, Executive Vice President bei Norwegens größtem lokalen Medien-Unternehmen Amedia AS, in Data-Insights zu Lesern und Artikeln: „Daten verändern Geschäftsmodelle.“

User in zahlende Kunden verwandeln

Wie bringt man die Leser zum Bezahlen? Einen Case dazu lieferte Johanna Odlander, verantwortlich für das Premium-Angebot der schwedischen Tageszeitung Expressen. Key-Learning nach "einem guten Start" des Paid Content-Angebots: Qualität, leichte Registrierung für die User, hohe Ziele setzen und verfolgen sowie interdisziplinäre Teams aus Journalisten, Daten-Analysten und Entwicklern.

Keine Probe-Zugänge zu Paid Content, sondern vergünstigte Verträge mit mindestens einjähriger Laufzeit empfahl Rien vvan Beemen, CEO von NRC Media aus den Niederlanden. "Langzeit-Kunden schaffen langfristig gesehen einen höheren Wert", fügte US-Ökonom Matt Lindsay hinzu.

Mit Strategie zum Ziel

Ein neues Produkt braucht eine durchdachte Strategie, so die Key-Learnings aus der Produktmanagement-Ecke. "Woran auch immer ihr arbeitet, behaltet die Problem-Lösung im Auge", appellierte Katarina Ellemark, Product Owner Web an Apps bei MittMedia Sweden an das Publikum.
"In Nachrichtenredaktionen kann man heute nicht mehr alles covern", betonte Nick Petrie, Deputy Head of Digital bei der britischen Times. Vielmehr gelte es sich auf jenes zu konzentrieren, das für den User am meisten Wert schafft.

Den Wert einer Strategie betonte auch Tanya Cordrey, ehemalige Digital-Chefin beim britischen Guardian und nunmehrige Gründerin von Granary Square. Innovationen würden allerdings oft im festgefahrenen, stressigen Redaktions-Alltag zu kurz kommen.

Ein Beispiel für eine Innovations-Partnerschaft lieferten dagegen die deutsche Plattform Lokalreporter und die Neue Westfälische, eine deutsche Regional-Zeitung. Eine Engagement-Steigerung bei den Usern und relevanten Premium-Content nannte Russmedia Managing Director Gerold Riedmann als Erfolgs-Treiber für das Bezahlmodell vn.at. Und: "Wir müssen von Print-only zu Story first umschwenken."

Der Dienstag der vom Weltzeitungsverband WAN-IFRA – mit Unterstützung von VÖZ, APA und Styria Digital One (sd one) – veranstalteten Konferenz widmet sich Marketing, Werbung, und aktuellem Erlöspotenziale von Video-Content.

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