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Kronen Zeitung: 'Aurelius' bekräftigt Unabhängigkeit

© Karl Schöndorfer / APA

Die Kronen Zeitung beschwor am Freitag in einem Kommentar kämpferisch ihre Unabhängigkeit. 'Wir verteidigen ein Erbe', heißt es in dem Text von 'Aurelius' - einst ein Pseudonym des Krone-Gründers Hans Dichand. Hintergrund soll der Einstieg von René Benko und seiner Signa Holding bei der Krone via Hälfteeigner Funke sein.

Zwischen Funke und Dichand-Familie, die bis letztes Jahr je 50 Prozent an der größten Boulevardzeitung Österreichs hielten, kriselt es schon seit Längerem. Ende 2018 stieg dann Benkos Signa Holding bei Funkes Beteiligungsfirma ein und hält dadurch ein knappes Viertel an der Kronen Zeitung. Medienberichten zufolge sollen die Verträge eine Komplettübernahme vorsehen. Allerdings zu Bedingungen, wird kolportiert. Ein Knackpunkt soll laut Standard der garantierte Vorabgewinn für die Dichands sein. Und dieser langjährige Streitpunkt sei, so schreibt die Zeitung am Freitag, ab Ende März wieder Gegenstand eines neu eingerichteten Schweizer Schiedsgerichts.

In der vom Benko-Einstieg im Vorjahr völlig überrumpelten Krone hinterlässt all dies seine Spuren. Zumindest publizistisch wurde er nicht mit offenen Armen begrüßt: Anderweitige Deals des Investors beäugt die Krone seit einigen Monaten recht kritisch, er selbst gilt ihr als "Milliardenjongleur". "Aurelius" persönlich kritisierte im Februar die Übernahme der Otto-Wagner-Post in Wien durch Signa.

Der nom de plume "Aurelius", davon gehen Beobachter aus, wurde jedenfalls mittlerweile von Christoph Dichand, Herausgeber und Chefredakteur der Zeitung, übernommen. Am Freitag jedenfalls, just, als auch der Gesellschafterausschuss der Mediaprint tagte, ergriff Aurelius wieder das Wort. Unabhängigkeit "ist für uns mehr als nur ein Wort", schrieb er auf Seite drei. In bald 60 Jahren hätten "immer wieder verschiedene Kräfte versucht, Einfluss auf die Richtung der Redaktion zu nehmen". Man habe, den Lesern verpflichtet, "allen Anfeindungen und Stürmen standgehalten". Der 2010 verstorbene Hans Dichand habe die Zeitung vor 60 Jahren "mit viel Herzblut gegründet. Wir bewahren sein Erbe, wir verteidigen ein Erbe, das ein wichtiger Teil der Geschichte der Zweiten Republik ist." Für die APA war Christoph Dichand am Freitag vorerst nicht erreichbar.

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