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'Krieg der Streamer‘ wirft Schatten voraus

© Disney

Die Disney-Jahresbilanz steht schon im Zeichen des kommenden Frontalangriffs auf Netflix. Aktionäre vertrauen dem Unternehmen dennoch mehr denn je.

Dieser Artikel erscheint in der Ausgabe 06/2019 des HORIZONT. Noch kein Abo? Hier klicken!

Was für manche deutschsprachige Medien ein Paradoxon war – ein Gewinneinbruch bei der Dienstagnacht (MEZ) präsentierten Disney-Jahresbilanz und dennoch weiter steigende Aktienkurse – entpuppt sich bei näherem Hinsehen als nur allzu logisch: Disney rüstet für den Start des angekündigten Streamingkanals Disney+, der vor allem Netflix das Fürchten lehren soll, und steht zudem vor der 71,3 Milliarden Dollar teueren Übernahme des Film- und TV-Portfolios von 21st Century Fox.

Auch die Vorab-Investitionen für Disney+ schlugen schon jetzt mit einem Gesamt-Minus von 136 Millionen Dollar in der Sparte Streaming zu Buche. Trotzdem ging sich unter dem Strich ein Gesamt-Jahresüberschuss von 2,8 Milliarden Dollar aus. Das bedeutete zwar um 37 Prozent weniger Gewinn als ein Jahr davor, lag aber weit über den Erwartungen der Analysten. Die hatten etwa mit einem Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar im letzten Quartal gerechnet, weil Disney heuer zum ersten Mal ohne „Star Wars“-Film – und die noch lukrativeren Lizenzgeschäfte damit – auskommen musste und darüber hinaus mit seinem „Nussknacker“ einen veritablen Flop landete wie weiland schon bei „Fantasia“. Trotzdem ging sich am Ende für das vierte Quartal ein Umsatz von 15,3 Milliarden Dollar aus.

Das Herz der Investoren gewonnen haben am Ende damit wohl nicht die Summen, sondern die Details der Bilanz. Die belegten nämlich mit deutlich positiven Zahlen auch im Sektor Themenparks und dem Linear-TV-Geschäft, dass Disney trotz des Gewaltschritts in Richtung Streaming nicht auf seine anderen Unternehmenszweige vergisst und damit ein rundum diversifiziertes Portfolio besitzt, das auch in allen Bereichen gepflegt wird – oder, wie CEO Bob Iger gelassen kommentierte: Disneys Erfolg beruhe seit jeher auf dem „robustem Aufbau“ bei B2C.

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