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Paid Content: ‚Kleine‘ wird digital groß

© Kleine Zeitung

Der Anteil an reinen Digitalabos der mittlerweile 30.000 Online-Abonnenten wächst bei der ‚Kleinen Zeitung‘. Das pusht auch die digitalen Umsätze.

 

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 05/2019 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Wir setzen der digitalen Gratiskultur ein Ende.“ Diese Worte von Kleine Zeitung-Chefredakteur Hubert Patterer begleiteten im November 2016 die Einführung des digitalen Paid-Content-Modells der Tageszeitung. Knapp zweieinhalb Jahre später bejubeln die Verantwortlichen der Styria Media Group 30.000 Digital-Abonnenten – die nicht nur den strategischen Kurswechsel bestätigen, sondern damit auch einen relevanten Beitrag zum Umsatz leisten.

Der Reihe nach: Nach Jahren der Gratiskultur im Internet folgte – nach holprigen Startversuchen des digitalen Paid-Content-Pioniers nzz.at – im Jahr 2016 auch die zweitgrößte Kauftageszeitung Österreichs dem aufkeimenden Trend, Inhalte im Internet nicht mehr nur gegen Werbeeinnahmen herzugeben. Weitere, wie kurz darauf die Konzernschwester diepresse.com und die Bundesländer-Konkurrenz der Salzburger Nachrichten, sollten folgen. Nicht nur „aus Rücksicht gegenüber den zahlenden Abonnenten“, wie Patterer damals seinem Statement anfügte, gibt es vertiefende oder exklusive Inhalte seitdem online nur mehr gegen Bezahlung; auch sollte der unter Druck geratene Print-Inseratenmarkt durch digitale Abonnenten zumindest teilweise gestützt werden. 

Aufteilung in Richtung 60:40
Erst im September war bei der Kleinen Zeitung die Rede von etwa 27.000 zahlenden Digital-Abonnenten, bei 20 Prozent davon handle es sich um reine Digital-Abonnements, bei 80 Prozent um Kombi-Abonnements. Die nun erreichten 30.000 Abos fußen jedoch auf einem höheren Anteil an reinen Digital-Abonnements, wie man bei der Kleinen Zeitung auf HORIZONT-Anfrage konkretisiert: „Der Split von 80/20 aus dem September war geprägt von den Aktivitäten des 1. Halbjahres 2018, in dem wir nicht aktiv an der Struktur der Digital-Abos gearbeitet haben, sondern den Fokus auf den Upgrade von Print-Abonnenten hatten.“ Die im zweiten Halbjahr 2018 dazugewonnenen Abos würden demnach eine Verschiebung in Richtung Digital only zeigen, „konkret betrug das Verhältnis 60 Prozent Kombi und 40 Prozent Digital Only“, heißt es dazu aus der Kleinen Zeitung.

Spannend sind die rein digitalen Abonnenten vor allem hinsichtlich der Erlöse. Auszugehen ist davon, dass die Print-Abo-Bezieher für die Draufgabe „digital“ weniger an Umsätzen beitragen, als dies reine Digital-Abonnenten tun. Bei wegfallenden Druck- und Vertriebskosten sind digital bezahlende User also eine höchst willkommene Zielgruppe. Konkrete Größenordnungen zu den Erlösen durch das digitale Paid-Content-Modell wollen die Verantwortlichen naturgemäß nicht publiziert wissen. „Wir geben grundsätzlich keine detaillierten Umsatzauskünfte“, heißt es dazu. Ausgehend von 20 Prozent reinen Digitalabos müsste die Kleine Zeitung demnach bei einem Abopreis von 18,99 Euro monatlich gut 110.000 Euro zusätzlich an Umsatz erwirtschaften – Tendenz bei steigender Abozahl: steigend. Ist diese Zahl in etwa korrekt? Die Größenordnungen seien „annäherungsweise ableitbar“, heißt es dazu aus der Kleinen Zeitung. Der Switch war wohl nicht nur ein Schritt gegen die Gratiskultur, sondern auch Wegbereiter für zusätzliche, mittlerweile relevante Einnahmequellen.•

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