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WIFO formuliert "zehn Gebote" der Digitalisierung

Der Start der neuen Informationsplattform zum Thema Digitalisierung wird mit nachdrücklichen Handlungsaufforderungen an die Politik verbunden.
© Fotolia / Maksim Pasko

Mit einer Informations- und Forschungsoffensive fokussiert das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) auf die Digitalisierung - zum Start einer neuen Informationsplattform unter anderem mit zehn grundsätzlichen "Geboten" zum Thema.

Mit einer eigenen Plattform Digitalisierung will das WIFO ab nun verstärkt bei einem Thema Flagge zeigen, das "bestehende Markt­mechanismen, wirtschaftspolitische Instrumente, Strukturen sowie ökonomische und soziale Interaktionen grundlegend in Frage" stellt. Nicht zuletzt will man das auch als Handlungsaufforderung für die Politik verstanden wissen, die die Chancen habe, die Digitalisierung "für Wirtschafts­wachstum, Beschäftigung und Wohlstand optimal zu nutzen". Das bereits jetzt in zahlreichen (online verfügbaren) Publikationen beleuchtete Thema hat das WIFO zudem zur Formulierung von "zehn strategischen handlungsleitenden Thesen" bewogen:

  1. Die Digitalisierung wird Wirtschaft und Gesellschaft noch tiefgreifender verändern als die Globalisierung.
  2. Österreich hat gute Chancen, zu den Gewinnern der Digitalisierung zu gehören.
  3. Die Spielregeln der Marktwirtschaft werden durch die Digitalisierung grundlegend neu geschrieben ("Strukturbruch" und "Polarisierung").
  4. Die "neue" Ökonomie ist eine Ökonomie digitaler Daten ("Digitalismus").
  5. Die Digitalisierung fördert die Entstehung von privaten Monopolen.
  6. Die Automatisierungspotenziale der digitalen Transformation werden überschätzt.
  7. Negative Arbeitsmarkteffekte sind per Saldo zumindest in der kurzen Frist nicht zu erwarten.
  8. Die Belegschaft kann über Reallohnsteigerungen an der den Unternehmen zufallenden digitalen Rationalisierungsdividende beteiligt werden.
  9. Die Digitalisierung bedarf der proaktiven politischen Gestaltung.
  10. Damit der Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft erfolgreich gelingen kann, bedarf es eines "politischen Kraftaktes" in Form einer von einer breiten Basis getragenen Strategie.

Der Politik rät das WIFO insbesondere, sich den Effekten und Chancen der Digitalisierung in sechs Themenfeldern zu widmen: Makroökonomie, öffentlicher Sektor, Wettbewerb, Raum, soziale Sicherheit, Umwelt und Energie. Digitalisierung sei jedenfalls "das zentrale Zukunftsthema", da es sämtliche Lebensbereiche durchdringe und Unternehmen wie die öffentliche Hand und zudem jeden Menschen gleichermaßen betreffe: "Der durch den Einsatz digitaler Technologien ausgelöste Wandel in Staat, Markt und Gesellschaft ist eine Realität."

Die Digitalisierung bedeute außergewöhnliche Chancen ebenso wie besondere Risiken, die durch die Politik "vorausschauend und begleitend gestaltet werden" müssten, wurde in einer Aussendung zur Präsentation der Informationsplattform betont. Mit der neuen Themenplattform will das WIFO nicht nur Forschungsergebnisse zum Thema bündeln und so informieren, sondern auch den Kontakt zu den jeweiligen Expertinnen und Experten ermöglichen.

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