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Smartphone als "nächstes großes Ding" der Marktforscher

Aus der Sicht von Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl hat "das Marktforschungsklavier ein paar neue Tasten bekommen".
© Paul Kolp / Marketagent.com

Die klassische Online-Befragung sieht als Tool der Online-Marktforschung zusehends alt aus: Auch hier geht der Trend in Richtung Mobile, ist der heimische Anbieter Marketagent überzeugt, und untermauert das mit Zahlen und Insights aus der eigenen Erfahrung.

Während aus der Sicht mancher die Online-Marktforschung noch eine junge Disziplin ist, sind die Online-Marktforscher selbst schon einen Schritt weiter und sehen die "Stunden der ursprünglichen Web-basierten Befragung gezählt", wie es der heimische Online-Marktforscher Marketagent in einer Präsentation einer neuen Studie zur Marktforschung via Smartphone formuliert. Die Verschiebung hin zum Smartphone habe sich seit fünf Jahren abgezeichnet, so Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl: "Das Marktforschungsklavier hat ein paar neue Tasten bekommen".

Bereits jetzt zähle die Rücksichtnahme auf Smartphones mit kleineren Bildschirmen und entsprechend adaptiertem Responsive Design von Befragungen zum Alltag der Marktforscher, hält Schwabl fest. Es gehe jedoch auch um inhaltliche Besonderheiten. So sei die Einstiegszeit in eine Befragung bei mobilen Geräten weit geringer als bei stationären Online-Befragungen (1 Stunde 51 Minuten / 3 Stunden 1 Minute), dafür die Abbruchrate geringfügig höher (5,7 Prozent / 4,7 Prozent). Umso wichtiger sei die kompakte Ausgestaltung von Befragungen via Smartphone.

Hälfte erreicht, Tendenz weiter steigend

Entgegen landläufigen Annahmen sei die Qualität der Interviews bei beiden Befragungsformen jedoch durchaus vergleichbar, schließt Marketagent aus einer Analyse von 830.000 Interviews: Auf beiden Kanälen liege der Prozentsatz von nicht schlüssig beantworteten und deshalb eingehender zu kontrollierenden Antworten bei elf Prozent. Auch die Zeit, die Befragte in die Beantwortung investieren, unterscheidet sich kaum: 9 Minuten 25 Sekunden dauert die durchschnittliche Web-Befragung, 9 Minuten 47 Sekunden die durchschnittliche Smartphone-Befragung.

Die Smartphone-Befragung ist jedenfalls ein Faktum: Schon heute erfolgen 47 Prozent der Befragungen via Handy, Tendenz weiter steigend. Schwabl glaubt an ein Ansteigen auf 80 Prozent Mobile innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre. Punkten kann die Befragung per Smartphone vor allem durch ihr Altersspektrum: So ist der durchschnittliche Handy-Teilnehmer um etwa zwölf Jahre jünger als der durchschnittliche Desktop-Teilnehmer (35,7 Jahre vs. 48,1 Jahre). Nicht zuletzt, so die Meinungsforscher, sei die Befragung via Smartphone damit unerlässlich, um die "Gesamtbevölkerung bestmöglich abbilden zu können", nota bene in Zeiten rückläufiger Teilnahmebereitschaft bei Befragungen.

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