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Laut Studie drei Viertel der Top-Marken weiter mit Brand-Safety-Problem

Vor allem Videos, die Waffengewalt in positivem Licht darstellen, sind weiterhin ein Problem auch für große Marken.
© APA/dpa

Eine Studie zu Brand Safety im D-A-CH-Raum zeigt, dass Brand Safety weiter ein Problem bei Onlinewerbung bleibt. Ausgewertet wurde die Präsenz der Top-100-Werbemarken auf vier Millionen Seiten. Drei von vier Marken waren auf bedenklichen Seiten zu finden. Die Gefährdung ist dabei je nach Branche unterschiedlich.

Einen Großteil der bedenklichen Seiten entfällt laut der Studie des deutschen Marketing- und Mediaberaters Ebiquity mit der Brand-Safety-Agentur zulu5 weiterhin auf YouTube. Die Bemühungen des Unternehmens um Verbesserung hätten zwar Wirkung gezeigt, jedoch bei Weitem noch nicht genug, lautet die Schlussfolgerung der Untersuchung. Dass keine Anzeigen der ausgewerteten 100 wichtigsten Werber im D-A-CH-Raum etwa bei sexuell konnotierten YouTube-Videos zu finden gewesen seien, zeigt laut den Studienautoren auch, dass die Seitenbetreiber Brand Safety gewährleisten können, wenn sie wollen.

Weiterhin seien Werbungen jedoch zu 54 Prozent auf Gewalt und Waffen verherrlichenden Videos zu sehen gewesen, zu 17 Prozent im Umfeld von Extremismus und Fake News, zu sieben Prozent in der Nähe von Glücksspiel und zu sechs Prozent in Zusammenhang mit vulgären Inhalten.

Gefährdung nach Branche unterschiedlich

Die "Anfälligkeit" von Branchen im Hinblick auf Brand Safety variiert laut der Untersuchung stark: Mit 33 Prozent am meisten betroffen seien Unternehmen oder Vereinigungen aus einem mit "Leute und Gesellschaft" umschriebenen Bereich, etwa "Anzeigen für Wohltätigkeitsorganisationen,soziale Plattformen oder für genealogische Dienstleistungen", gefolgt von 18 Prozent aus dem Bereich E-Commerce und neun Prozent aus dem Bereich Internet/Telecom, ex aequo mit Schönheit/Fitness. Unter den am wenigsten gefährdeten Branchen werden Automobile, Industrie, Gesundheit und Tiere gelistet.

Für Studienverantwortlichen Dietmar Kruse zeigen die Ergebnisse, dass "Marken regelmäßige Audits und Reviews der belegten Umfelder etablieren müssen, um nachhaltig eine hohe Qualität der belegten Umfelder zu sichern und ihre Reputation zu schützen." Zulu5-CEO Andreas Gysler meint, dass es beim Markenschutz in der digitalen Werbung "um weit mehr geht als den Verlust von Marketingbudget. Es geht um Konsumentenvertrauen, das verloren geht und somit den Kern einer Marke tangiert. Brand Safety sollte mit Nulltoleranz begegnet werden."

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