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566. Geburtstag: Branche feiert internationalen Print Day

Alexandra Zotter, Geschäftsführerin des Verband Druck & Medientechnik
© Verband Druck & Medientechnik

Der Verband Druck & Medientechnik gratuliert zum internationalen Print Day und macht auf das nachhaltige Produkt Print aufmerksam.

In einem Statement hat  Alexandra Zotter, Geschäftsführerin des Verband Druck & Medientechnik, die Bedeutung von Print im 21. Jahrhundert hervorgehoben: „1453 wurde das erste gedruckte Werk der Welt, die Gutenberg Bibel, produziert. Dies gilt als Geburtsstunde des modernen Buchdrucks. Und Printprodukte sind nach wie vor ein fixer Bestandteil unserer heutigen Gesellschaft. Die Menschen lieben das gedruckte Wort, da es gerade in einer Welt der Digitalisierung ein Produkt zum Angreifen, Befühlen, Riechen und auch Teilen ist“, meint Zotter, die ergänzt: „Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass die Beschäftigung mit Print eine bewusste ist, deshalb wird etwa Printwerbung als informativer und weniger störend wahrgenommen als Online-Werbung. Und wir glauben, dass der Stellenwert von Print in Zukunft zunehmen wird. Aufgrund der Datenschutzgrundverordnung und der Telekommunikationsverordnung wird es für Unternehmen und Organisationen immer schwieriger, in digitaler Form in die one-to-one Kommunikation einzusteigen. Für die Zusendung von Gedrucktem gibt es hingegen kein gesetzliches Werbeverbot. Und auch keine Adblocker, die Werbung wegfiltern. In Österreich nutzen lt. Mindtake bereits rd. 20 % diese Adblocker“ so Alexandra Zotter, Geschäftsführerin des Verband Druck & Medientechnik.“

Handlungsbedarf

Zotter sieht jedoch Handlungsbedarf der Branche, wenn es um die Aufklärung in Bezug auf Nachhaltigkeit geht: „Aus Gesprächen mit jüngeren Menschen wissen wir, dass diese den Konsum von Print(medien) intuitiv umweltschädlicher einschätzen als jenen von Onlinemedien. Übersehen wird jedoch oft, wie stromgierig unser Smartphone oder Tablet ist und wie viel Strom Google und Co. für den Betrieb ihrer Server brauchen. Lt. "New York Times" verbrauchen die Datenzentren von Google so viel Strom wie eine 200.000-Einwohnern-Stadt und das Fraunhofer Institut hat berechnet, dass das deutsche Rechenzentrum die gesamte Stromproduktion von vier mittelgroßen Kohlekraftwerken abzieht. Ebenso vernachlässigt wird in dieser Debatte das Thema Elektroschrott und der Hunger nach seltenen Erden. Alleine der Elektroabfall nimmt jedes Jahr um 3-5 % zu.“

Print als nachhaltiges Produkt

„Die Druckbranche beschäftigt sich bereits seit Jahrzehnten mit dem Thema Nachhaltigkeit. Das beginnt bei der Beschaffung des Papiers, der Verwendung von chemiefreien Druckplatten oder den eingesetzten Farben und endet bei der Mülltrennung in der Druckerei. Zahlreiche Druckereien sind Träger des Umweltzeichens und bieten klimaneutralen Druck. Die Mehrkosten dafür schlagen sich für den Kunden nur mit einem durchschnittlichen Aufschlag von rd. einem Prozent zu Buche“, berichtet Zotter.

Print besser für die Umwelt?

„Viele Menschen glauben, eine Zeitung online zu lesen, sei umweltfreundlicher als die Lektüre der Print-Ausgabe. Allzu oft wird übersehen, wie hoch der Energieverbrauch für die Online-Lektüre wirklich ist“, sagt Zotter. Der Verband rechnet in einer Aussendung vor: „Die 30-minütige Online-Lektüre (50% am PC und 50% am Laptop, bei 2,5 Stunden Internetnutzung pro Tag) kommt mit Energieverbrauch, Internet/Servern, Computer, Transport und Bildschirm auf 36 kg CO2-Äquivalent pro Jahr. Eine 40-seitige Tageszeitung im Tabloid-Format bedeutet (bei einer Auflage von 32.000 Stück und 2,4 Lesern pro Exemplar) mit Papier, Vertrieb, Druckmaschinen, Papiertransport und Farbe hingegen ein jährliches CO2-Äquivalent von nur 28 kg.“ (Quelle: BVDM; Die Zeit, Centre for Sustainable Communications am KTH, Stockholm; Eidgenössische Materialprüfungs- und  Forschungsanstalt (EMPA) an der ETH Zürich)

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