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Neuer Push für Goldbach Austria nach Zukauf

Maurizio Berlini, Managing Director Goldbach Austria, will den "Veränderungs- und Konsolidierungsprozess aktiv mitgestalten".
© Goldbach Austria

Tamedia erwirbt Vermarkter Goldbach – Österreich soll dabei eine wichtige Rolle spielen: Bündelung, neue Technologien, Außenwerbung und TV stehen im Fokus.

Dieser Bericht ist zuerst in der Ausgabe 33-34/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken.

Grünes Licht zur Übernahme – und damit auch zu einer neuen gemeinsamen Ära für Vermarkter Goldbach und die kaufende Mediengruppe Tamedia. Das „Go“ der Schweizer Wettbewerbskommission besiegelt die – bereits bei Bekanntgabe der geplanten Übernahme im Dezember 2017 kommunizierten – Auswirkungen auch für den österreichischen Markt. Die Goldbach Group wird, bestätigt Goldbach-Austria-Managing-Director Maurizio Berlini auf HORIZONT-Nachfrage, als integriertes Vermarktungsunternehmen innerhalb der Mediengruppe Tamedia unabhängig weitergeführt. „Bei uns am Standort Wien sind aus heutiger Sicht keine Veränderungen geplant. Da Tamedia und Goldbach das Auslandsgeschäft, insbesondere in Österreich und Deutschland, vorantreiben und ausbauen möchten, sehen wir uns durch die Übernahme gestärkt, den Veränderungs- und Konsolidierungsprozess am Markt aktiv mitzugestalten.“ Die Position am Markt im Bereich Online, Video, TV und DOOH bilde dafür eine gute Basis.

Als eine der Synergien aus der Übernahme streben beide Partner an, eine Werbeplattform mit Marken in TV, Print, Online und Radio aufzubauen sowie neue Technologien, Werbeformen und Angebote zu entwickeln. „Dazu werden wir unseren Beitrag leisten“, so Berlini.

Durch die neue Eigentümerkonstellation könnten sich aber auch weitere Möglichkeiten für den österreichischen Markt ergeben. Die beiden TV-Konzerne RTL und ProSiebenSat.1 sind über Vermarktungstöchter an der Goldbach beteiligt. Tamedia-CEO Christoph Tonini hatte bereits zu einem früheren Zeitpunkt angekündigt, insbesondere im Digitalbereich sowie in den beiden Nachbarländern Österreich und Deutschland den eingeschlagenen Wachstumskurs weiter verfolgen zu wollen. Hier über konkrete Pläne und etwaige Synergien zu sprechen, sei „jetzt definitiv noch zu früh“, so Berlini. Tonini kündigte dabei auch an, mit den beiden Partnern RTL und ProSiebenSat.1 Investitionen in Schweizer Programminhalte prüfen zu wollen.

Wagt die Tamedia den Schritt in den klassischen TV-Bereich auch abseits der reinen Vermarktung, fragt HORIZONT bei Tamedia nach. In Zürich verweist man dazu auf das Jahr 2011, als sich Tamedia von den regionalen Radio- und TV-Sendern getrennt hat, weil sich der Konzern auf das Kerngeschäft konzentrieren wollte; „und daran hat sich auch nichts geändert. Goldbach betreibt jedoch keine Radio- und TV-Sender, sondern vermarktet Radio-, TV- und Onlinewerbung im Auftrag der Programmanbieter. Wir sehen Vermarktung als unser Kerngeschäft und freuen uns darauf, die Strategie von Goldbach zum Nutzen der Programmanbieter weiterzuentwickeln.“

Zu früh für Konkretes sei es auch im Fall des angekündigten Fokus auf das Außenwerbegeschäft. „Aktuell sind wir in Österreich mit der Vermarktung des reichweitenstärksten digitalen Außenwerbenetzwerks schon sehr gut aufgestellt und laufend dabei, unser Angebot zu verbessern und auszuweiten“, so Berlini. Beim Käufer in Zürich nachgefragt, heißt es, dass zusammen mit dem Out-of-Home-Vermarkter Neo Advertising, an dem Tamedia mehrheitlich beteiligt ist, das Geschäft im Bereich Außenwerbung vorangetrieben werden soll. „Gemeinsam können Goldbach, Neo Advertising und Tamedia ihren Kunden reichweitenstarke Werbeangebote auf allen Kanälen mit immer besseren Targeting-Möglichkeiten anbieten.“

Vermarktung von heute.at?

In Österreich ist Tamedia 2016 bei der Gratistageszeitung Heute eingestiegen. Mit 51 Prozent hält der Schweizer Konzern die Mehrheit an der Digitalgesellschaft. Ob diese Beteiligung und der nun erfolge Zukauf bedeuten, dass die Digitalvermarktung von heute.at künftig über Goldbach realisiert wird, wollte man bei der Tamedia nicht konkretisieren – und verwies ebenso auf die eben erst erfolgte Zustimmung der eidgenössischen Wettbewerbskommission.

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