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Management-Buy-out: Irene Sagmeister neue Eigentümerin der TBWA\Wien

Irene Sagmeister, neue Eigentümerin der TBWA\Wien, im Gespräch mit HORIZONT. c: David Bohmann
Irene Sagmeister, neue Eigentümerin der TBWA\Wien, im Gespräch mit HORIZONT.
Irene Sagmeister, neue Eigentümerin der TBWA\Wien, im Gespräch mit HORIZONT. c: David Bohmann
© David Bohmann

Geschäftsführerin übernimmt 100 Prozent der Anteile der Werbeagentur und lenkt diese ab sofort unabhängig – unter neuem Namen WE LOVE\TBWA.

Die Neuordnung der internationalen TBWA-Holding führt zu einem Eigentümerwechsel bei einer renommierten Agenturmarke: Irene Sagmeister, seit 2013 Geschäftsführerin der TBWA\Wien, übernimmt sämtliche Anteile an der Agentur. Über den Preis der Übernahme wurde Stillschweigen vereinbart. Die Agentur tritt ab sofort unter dem neuen Namen WE LOVE\TBWA auf.

 

Die Agentur wird auch in der neuen Eigentümerstruktur im Rahmen eines Affiliate Agreements Teil des Netzwerks sein. Dahinter stehen Zugang zu Know How und zu globalen Kunden, wie Sagmeister im Exklusiv-Interview mit HORIZONT erläutert: „Henkel betreuen wir seit vielen Jahren nicht nur in Österreich, sondern auch als Hub in den CEE-Raum – das werden wir weiterhin tun. Im letzten Jahr konnten wir UPC gewinnen, auch das war in der Konzeption ein paneuropäischer Zugang mit den Kollegen aus Belgien und der Schweiz. Diese Vorgehensweisen werden wir beibehalten. Und wir bewahren natürlich den Zugriff zu allen Informationsaustausch-Programmen des Netzwerks.“ Doris Danner, Vice President TBWA\ für das Network, ergänzt in einer Aussendung: „Österreich ist und bleibt ein wichtiger Markt für unsere internationalen Kunden. TBWA\ als creative collective lebt und wächst mit starken Unternehmern und Eigentümern. Es war ein perfekter Schritt in Österreich, Irene und ihr Team noch stärker an TBWA zu binden, als sich die Möglichkeit ergeben hat. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg.“


Das komplette Interview lesen Sie in der Printausgabe HORIZONT 22, die am Freitag den 1. Juni erscheint (hier geht's zum Abo). Sagmeister spricht darin mit HORIZONT auch über den Rückzug internationaler Networks und Bündelung der Marketingaktivitäten globaler Unternehmen: „Globale Kundenbeziehungen sind nicht mehr, wie sie einmal waren. Mehrere Märkte werden oft in Regionen zusammengefasst, so dass es nicht mehr in jedem Markt eine Vertretung braucht – weil auch Kunden ihre Ressourcen an gewissen Hubs oder Stellen bündeln. Das ist aber weniger ein Agenturstrategischer Zugang, sondern einer der Kunden.“


Agenturchefin Sagmeister erläutert im HORIZONT-Interview auch notwendige Allianzen am Agenturmarkt sowie die Dauerthemen Pitchkultur und Ausschreibungen: „Ja, den Verfall orte ich schon. Dazu kommen Vorgaben legistischer Natur: Hier sind Dinge verschärft worden, die keinem guttun. Da laufen Ressourcen hinein, das ist teilweise abartig. Nicht nur, dass Agenturen Investitionen in solch einen Pitch kaum wieder zurückverdienen können, sondern auch Unternehmen werden durch solche Prozesse kommunikativ auf Monate lahmgelegt. Und wenn Briefings bei öffentlichen Ausschreibungen offen dargelegt werden müssen, führt das dazu, dass kein Kunde mehr die Wahrheit in sein Briefing schreibt, weil dann der Mitbewerb seine Strategie und seine Probleme kennt.“

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