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Alex Savic: ‚Pre-Roll löst sehr negative Emotionen aus‘

Teads-Geschäftsführer A-CHCEE Alex Savic hat den Outstream-Verkauf in Österreich 2017 eingeläutet. Der zuständige Key- Account-Manager Phillip Fumolo ist unter den Speakern am Werbeplanung. at Summit 2018.
© Teads

Alex Savic, Teads-Geschäftsführer für Schweiz, Österreich und den CEE-Raum, über die Kraft von Outstream, Kombination mit TV und bewegte Zukunft.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr.20/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Drei Milliarden Euro werden in Europa jährlich für digitale Videowerbung ausgegeben, 2016 ist dieser Bereich um 21,4 Prozent gewachsen – das hat IAB Europe im Zuge einer Erhebung unter 450 Personen aus Agenturen, Unternehmen und Medienhäusern in 31 Märkten analysiert. Digitales Bewegtbild gehört damit klar zu einem der Treiber der globalen Werbeumsätze und wird in den kommenden Jahren laut Prognosen weiter wachsen. Wie er den österreichischen Bewegtbildmarkt sieht und warum Outstream Pre-Roll als größte Werbeform ablösen wird, erläutert Alex Savic, Teads-Geschäftsführer für Schweiz, Österreich und den CEE-Raum, im Gespräch mit HORIZONT.

Horizont:Digitales Bewegtbild ist ein starker Treiber der globalen Werbeumsätze. Warum sollte man als Unternehmen darauf setzen?

Alex Savic: Bewegtbild lohnt sich vor allem für Brands, die Awareness schaffen möchten. Der Vorteil von Outstream-Werbung ist, dass diese Form neu ist – und dadurch interessant für den Konsumenten. Außerdem ist sie nicht so aufdringlich und störend wie Pre-Roll, die bei den Usern mittlerweile sehr negative Emotionen auslöst. Besonders für Kunden, die Wert auf Qualitätsumfelder legen und ihren Konsumenten ein Premium-Erlebnis bieten möchten, würde ich Outstream empfehlen. Auch, weil man dabei vom Brand- Image der Publisher profitiert. Hier gibt es einige Studien, die dies belegen – zum Beispiel, dass User eine Werbung positiver empfinden, weil sie sie auf einem Premium-Titel gesehen haben. Für Kunden, die eher auf Reach & Frequency fokussiert sind – also den besten Preis suchen – würde ich Bewegtbild auf sozialen Netzwerken und Standard-Pre-Roll- Netzwerke empfehlen.

Was bietet Teads seinen Kunden?

Als Erfinder von Outstream-Werbung sind wir der weltweit größte Anbieter dieser Werbeform. Wir bieten sehr großes Know-how, wenn es um die Kreation, Anpassung und Distribution geht – vor allem mit einem Fokus auf Qualität. Das heißt, sowohl in der Technologie und dem Service, das wir anbieten, als auch auf den Plattformen der Publisher, mit denen wir zusammenarbeiten.

Digitalwerbung wird meist in Kombination mit TV gebucht. Wie ist Ihre Meinung dazu?

TV ist nach wie vor extrem wichtig für Branding – das wird sich auch so schnell nicht ändern. Einfach, weil es „schon immer so gemacht wurde“. Das sieht man auch bei den Spots: Jene, die für TV produziert wurden, werden meist auch digital verwendet – was nicht ideal ist. Niemand möchte einen 30-sekündigen Spot mobil anschauen. Die fortschrittlichen Brands haben den Trend zu Online aber bereits erkannt und machen nun die Wende. Online kann helfen, jene User zu erreichen, die nicht mehr lineares Fernsehen schauen. Gerade vergangene Woche hat die GroupM eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass in diesem Jahr die Zeit, die die Konsumenten mit Onlinemedien verbringen werden, erstmals die der linearen TV-Nutzung überholen wird.

Wie ist Ihre Einschätzung des österreichischen Bewegtbild-Marktes?

Der Markt ist wie in allen EU-Ländern stark am Wachsen. Wir haben mit dem Verkauf von Outstream in Österreich im Q4 2017 angefangen. Zu unseren Kunden zählen schon die meisten Brands, die man auch im Fernsehen sieht. Da wir aber erst relativ spät gestartet sind, ist der Markt leider noch nicht so entwickelt wie in anderen Ländern – aber wir merken, dass die Nachfrage groß ist. Spätestens bis Ende nächsten Jahres wird Österreich im Bereich Outstream auf dem Niveau der anderen EU-Länder sein.

Momentan fehlt es in Österreich im digitalen Bewegtbild-Bereich noch an Reichweite. Wie kann das geändert werden?

Das ist einfach eine Frage der Reife eines Marktes. In Großbritannien macht Outstream inklusive Outstream auf Social Media mehr als 50 Prozent aller Video-Spendings aus. In Österreich ist diese Zahl noch viel niedriger. Aber der Trend geht ganz klar in diese Richtung, da es sehr viel mehr Inventar produziert als zum Beispiel Pre-Roll.

Ihre Prognose für die Zukunft: Wo geht die Reise hin?

Videos werden vermehrt für Online produziert, sprich sie werden kürzer und vielleicht auch im Hochformat gedreht. Außerdem werden sie interaktiv, zum Beispiel mit Hilfe von Teads Studio. Zudem wird das Umfeld, in dem die Spots gezeigt werden, immer wichtiger – Kanäle wie Soziale Netzwerke und User-Generated-Content-Plattformen werden abnehmen. Outstream wird Pre-Roll als die größte Werbeform für Bewegtbild ablösen.

[Veronika Höflehner]

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