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Kontroversielles Helnwein-Motiv als Ringturm-Umhüllung

© Wiener Städtische Versicherungsverein/Gottfried Helnwein

Ein junges Mädchen mit Maschinengewehr und eine Manga-Figur vor brennender Stadt verhüllen demnächst den Wiener Ringturm. Das Projekt soll bis Mitte Juni abgeschlossen sein.

Mit Gottfried Helnwein zeichnet 2018 wieder ein österreichischer Künstler für die Verhüllung des Wiener Ringturms verantwortlich. Für seine kontroversiellen Darstellungen bekannt, setzt der gebürtige Wiener auf Initiative des Wiener Städtischen Versicherungsvereins einen flammenden Appell gegen Gewalt, Terror und Angst mitten ins Wiener Stadtzentrum. „Wir haben uns im Jubiläumsjahr 2018 – ‚100 Jahre Republik Österreich‘ – ganz bewusst für einen bedeutenden, heimischen Künstler von Weltrang entschieden. Gottfried Helnwein ist einer der wichtigsten Vertreter zeitgenössischer Kunst unseres Landes“, betont Günter Geyer, Vorstandsvorsitzender des Wiener Städtischen Versicherungsvereins. In seiner Funktion als Hauptaktionär der Vienna Insurance Group (VIG) zeigt der Wiener Städtische Versicherungsverein mit der diesjährigen Verhüllung seiner Konzernzentrale auf, was viele verdrängen. „Jeden Tag sind Krieg, Gewalt und Terror in vielen Teilen der Welt grausame Realität. Darauf machen wir mit Helnweins Darstellung aufmerksam.“

Ein blondes Mädchen, die Haare streng nach hinten frisiert, nimmt auf der Vorderseite des Ringturms mit einem Maschinengewehr den Wiener Donaukanal ins Visier. Auf der Rückseite des Gebäudes brennt eine Stadt vor den Augen einer überdimensionalen Manga-Figur lichterloh, im Hintergrund sind Menschen vor einer Welle von meterhohen Flammen und Rußwolken zu sehen. „I saw this“ ist eine eigens für die Ringturmverhüllung zusammengestellte zweiteilige Komposition von Gottfried Helnwein. Er sieht darin eine bildliche Anklage gegen Terror und Krieg. „Negativnachrichten von Terroranschlägen und Kriegen, mit denen wir ständig über die Medien konfrontiert sind, bewirken nur eines: Hilflosigkeit, Ratlosigkeit und das Gefühl des Ausgeliefertseins. Wenn Kunst sich mit dem Schrecklichen beschäftigt, hat das genau die entgegengesetzte Wirkung“, so Gottfried Helnwein. Er habe noch nie einen Menschen gesehen, der bei der Betrachtung eines Bildes von Hieronymus Bosch oder Francisco de Goya depressiv wurde. „Durch die Kunst verliert der Tod seine Macht. Die Unentrinnbarkeit des Schreckens wird durch die Ästhetik transzendiert und relativiert.“

Ringturmverhüllung 2018, Gottfried Helnwein – „I SAW THIS“ (Foto/Rendering: Seite Schottenring)

Der Künstler Gottfried Helnwein 1948 in Wien geboren, zählt Helnwein zu den international bedeutendsten und umstrittensten Künstlern zeitgenössischer Art nach dem Zweiten Weltkrieg. Einem breiten Publikum wurde er durch seine hyperrealistischen Bilder von verwundeten und bandagierten Kindern bekannt. In seinem Oeuvre setzt er sich vorwiegend mit den Sujets Gewalt, Verletzung, Tod und Schmerz auseinander. Häufig übernimmt Helnwein Stilmittel aus der Popkultur, verfremdet sie und fügt sie in einen gänzlich anderen Kontext ein. Seine Engagements mit Andy Warhol, den Rolling Stones, Rammstein und Schockrocker Marilyn Manson sind legendär. Darüber hinaus hat er Bühnenbilder für zahlreiche Theater- und Opernaufführungen gestaltet.

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