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Digitalisierung: Jetzt ist Österreich am Zug

© Ian Ehm

Welche Themen Österreich in seiner Rolle im Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft setzen sollte, warum das eine große Verantwortung ist und was es der Branche bringen kann, erörtert Chefredakteurin Marlene Auer in ihrem aktuellen Leitartikel.

Dieser Leitartikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 10/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Es war das Thema der Woche, und wird es weiterhin bleiben: die Finanzierung des Medienstandorts Österreich, samt denkbarer Allianzen, Förder- und Gebührenmodelle, etwaiger Verteilungen und Notwendigkeiten. Es herrscht gebanntes Warten auf die Medien-Enquete, und auf die Zeit danach – wenn es darum geht, Konkretes umzusetzen. Bis dahin laufen hinter den Kulissen Gespräche in sämtlichen Konstellationen.

Auf Österreichs Branche kommt dieses Jahr aber noch ein weiteres tragendes Thema zu: die EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018. Von Estland über Bulgarien wandert das Staffelholz des Vorsitzes nun zu uns. Im sogenannten Trioprogramm bereiten diese drei Länder gemeinsam ein Arbeitsprogramm vor, das auf eine „kontinuierliche Weiterführung der Gemeinschaftsagenden abzielt“, heißt es. Als Dritter in der Reihe gestaltet Österreich also das Finale. Das ist eine besondere Verantwortung. Es gilt, an bisherige Ergebnisse anzuknüpfen, daran weiterzuarbeiten und zu einem Programm zu formulieren. Österreich könnte sich hier auf europäischer Ebene gut präsentieren und positionieren, das Konzept zu einem guten und zukunftsgerichteten Abschluss bringen. Im Fokus stehen dabei unter anderem die digitale Wirtschaft und zukunftsgerechte Kompetenzen, ein modernisiertes Urheberrecht sowie der Schutz persönlicher Daten in der elektronischen Kommunikation.

Digitalisierung wird nicht nur in der Branche, sondern auch auf politischer Ebene wichtiger. Es war vorausschauend von Bundeskanzler Sebastian Kurz, in der Regierung ein eigenes Digitalministerium zu gründen. Damit bekommt das Thema besonderen Stellenwert. Österreich zählt zu den Vorreitern; auch andere der 28 EU-Mitgliedsländer wie Schweden, Belgien oder Griechenland haben IT-Agenden und Digitales in einem eigenen Ministerium angesiedelt.

Österreichs Digitalministerium wird in der Zeit des EU-Ratsvorsitzes eine wesentliche Rolle zukommen. Auch Vorstöße wie das Schaffen digitaler Betriebsstätten auf EU-Ebene könnten durch unseren Ratsvorsitz zusätzliche Power erhalten. Hinzu kommt: Weitere Branchenthemen wie die Konkretisierung der ePrivacy-Verordnung, Datenschutz oder der Ausbau von technischer Infrastruktur (Stichwort 5G) fallen wohl besonders ins zweite Halbjahr 2018. Digitalministerin Margarete Schramböck will in dieser Zeit zudem ein weiteres Thema positionieren: das Nutzen der Digitalisierung als Hebel für eine Reindustrialisierung Europas. Dabei gehe es um Qualität und Innovation, nur so könnte Europa im Wettbewerb mit Asien punkten. Es gehe in diesem Zusammenhang auch um Artificial Intelligence, sagt sie HORIZONT (siehe dazu die Coverstory der aktuellen Ausgabe). Unumstritten ist AI eine zentrale Technologie der Zukunft und wird vielfältige neue Möglichkeiten für die Medien- und Werbebranche, aber auch für Agenturen, eröffnen.

Es kommen also spannende Themen auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene auf Österreich zu – die wir hier im Blatt, auf horizont.at, als auch bei unseren Österreichischen Medientagen im September thematisieren werden. Hierfür haben wir nun auch das Motto festgelegt: 2018 stehen die Medientage unter dem Motto „Aufbruch“. Strukturen brechen auf, und die Branche ebenso – in neue Zeiten. Voller Energie.

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