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Was sich die Werbebranche von 5G erhofft

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Smart Advertising und mehr Effizienz: Die Branche erhofft sich bessere Kundenansprache, mehr Bewegtbild-Konsum und individuellere Werbeformen.

 

Dieser Artikel ist zuerst in HORIZONT Nr. 9/2018 erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Es wird das Äquivalent zu dem sein, was der Browser für das Internet war“, zeigte sich Andrew Sherrard, Chief Marketing Officer und Executive Vice President T-Mobile, in einem AdAge-Bericht überzeugt. Es werde mit dem Internet of Things und mit Innovationen „explodieren“, die wir uns noch nicht einmal vorstellen könnten: 5G. Auch wenn man sich die Auswirkungen heute noch nicht im Detail vorstellen kann, wirft die heimische Branche mit HORIZONT den Blick in die Zukunft. Und dieser fällt für die Kommunikations- und Werbebranche recht rosig aus.

iab-Geschäftsführer Stephan Kreissler zufolge wird 5G vor allem den Bewegtbildkonsum auf mobilen Devices weiter verstärken und in der Folge Video-Ads weiter vorantreiben. Mit der neuen Bandbreiten-Dimension werde auch Gaming am mobilen Device immer interessanter und öffne der werbetreibenden Wirtschaft neue Möglichkeiten, die User in einem überaus aufmerksamkeitsintensiven Umfeld anzusprechen. „Zudem gehen wir von einem Durchbruch im Bereich Smart Home und Smart Living aus, welcher sich in extrem user-zentriertem, bedarfsbezogem und intelligenten Smart Advertising manifestieren wird“, prognostiziert Kreissler. Und die User werden ihrerseits gerüstet sein: Gemäß einer aktuellen Studie von Strategy Analytics wird der Absatz von 5G-fähigen Smartphones bis 2025 weltweit rasant ansteigen. Geht man für das Jahr 2019 noch von zwei Millionen 5G-Smartphones aus, sollen es im Jahr 2024 855 Millionen und im Jahr darauf bereits 1,5 Milliarden sein.

‚Voraussetzung für Innovation‘
Mehr Bandbreite bedeutet Kreissler zufolge mehr Möglichkeiten, aber auch mehr Anforderungen an die Kreation, die zusehends individualisierter agieren müsse. Wie iab-Vorstandsmitglied und media.atGeschäftsführer Andreas Martin ergänzt, werde 5G die Infrastruktur für das Internet der Dinge zur Verfügung stellen: „Das bedeutet, dass es – abgesehen vom Smartphone – eine Vielzahl neuer Geräte und Anwendungen geben wird, die mit diesen Hochgeschwindigkeitsnetzen verbunden sein werden. In weiterer Folge wird es sicherlich auch neue Werbeformen geben.“ In diesem Zusammenhang werde man sich als Interessensverband weiterhin stark mit Fragestellungen wie Standardisierung oder Messbarkeit auseinandersetzen.

Auch Rudi Kobza, 1. Vizepräsident der IAA Austria, scheint sich auf den technologischen Fortschritt zu freuen: „5G ist die Voraussetzung für Innovationen in allen Bereichen unseres Lebens.“ Dadurch würden sich neue Chancen für Unternehmen und Start-ups ergeben, was automatisch neue digitale Geschäftsfelder und in Folge Kommunikationsbedarf mit sich bringe. „Je schneller sich dieser Bereich entwickelt, umso mehr gewinnt Österreichs Wirtschaft an Schlagkraft und die Kommunikationsbranche kann davon profitieren“, so Kobza.

Dass die Einführung von 5G auch der Kreativszene neue Möglichkeiten eröffnen werde, bestätigt Reinhard Schwarzinger, Geschäftsführer des Creativ Club Austria. Hierbei rechnet er auch mit einer größeren Bandbreite in der Kundenansprache mit erhöhter Echtzeit-Interaktion, „insbesondere durch die effizientere Ausspielung von kreativen Werbemitteln und den beschleunigten Datentransfer auf mobilen Devices“. Seine Prognose: „So fungiert die Technik als Treiber für die heimische Kreativwirtschaft und schafft mehr Raum für kreative Ideen in der Werbebranche.“

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