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Bisher größte Cyber-Attacke auf Österreich abgewehrt

Alexander Windbichler, CEO ANEXIA Internetdienstleistungs GmbH
© Anexia

"Wir haben aktuell über 5000 Attacken pro Stunde auf unseren Servern", meint Alexander Windbichler, CEO und Gründer von Anexia, einem der führenden österreichischen Cloud- und Hostingdienstleister.

In Österreich häufen sich die Cyber-Angriffe, meint Alexander Windbichler, CEO und Gründer von Anexia: „Wir haben aktuell über 5.000 Attacken pro Stunde auf unseren Servern und wissen auch von anderen Betreibern, die eine Steigerung an Angriffen registrieren“, berichtet er. „Diese DDoS-Attacken (Distributed-Denial-of-Service, Anm.) sind vergleichbar mit einer Lawine aus Daten. Hacker versuchen durch unzählige Anfragen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Quellen, Server in die Knie zu zwingen und damit die dort laufenden Services lahmzulegen. Ziel solcher Angriffe sind Online-Portale, e-Commerce-Anwendungen oder Server mit hochsensiblen Daten.“ 


Größte Cyber-Attacke auf Österreich erfolgreich abgewehrt

Am vergangenen Donnerstag wurden Kunden von Anexia angegriffen. Dabei nutzten die Angreifer eine neue Methode, die sogenannte „Memcached Amplification Attack“. „Ziel des Angriffs war ein namhafter internationaler Service-Provider, den wir seit längerem umfassend betreuen. Die Attacke dauerte 13 Minuten und konnte dank unserer Cyber-Abwehr-Spezialisten und der vor drei Monaten fertiggestellten Infrastruktur ‚Backbone Europe‘ erfolgreich abgewehrt werden. Das Geschäft und der Betrieb der Kunden konnten ungestört weiterlaufen“, so Windbichler.  

Kunden geschützt
Backbone Europe bezeichnet eine neuartige verteilte und selbstheilende Infrastruktur von Anexia mit der man in der Lage ist mittels großer Bandbreiten, auch massive DDoS-Angriffe abzuwehren und die Kunden dadurch aktiv zu schützen. Das Infrastruktur-Projekt, bei dem über 3000km Glasfaserkabel quer durch Europa verlegt wurden, konnte im Dezember 2017 fertiggestellt werden und ist mit über einer Million Euro die bisher größte Investition des Kärntner IT-Unternehmens. 

„Das Ziel solcher Angriffe ist immer, Webseiten und Online-Services zum Stillstand zu bringen. Für die Betreiber von betroffenen Webseiten können dann schnell Schäden in Millionenhöhe entstehen. Jede Minute, die ein großer Online-Shop offline ist, kostet Geld. Für unsere Kunden haben Zuverlässigkeit, Vertraulichkeit und Sicherheit die höchste Priorität. Oftmals werden die Plattform-Betreiber von den Hackern erpresst und erst gegen ein Lösegeld – meist zu bezahlen in Bitcoins – wird die Attacke gestoppt. Wer hinter solchen Angriffen steckt, bleibt meist unklar“, fasst Windbichler die Herausforderungen für die Hosting-Anbieter zusammen. 

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