Horizont Newsletter

Goldene Kamera: Christiane Hörbiger für Lebenswerk ausgezeichnet

Preisträgerin in der Kategorie "Lebenswerk National": Christiane Hörbiger
© Eventpress / GOLDENE KAMERA

Bei der Verleihung des deutschen Film- und Fernsehpreises standen auch die #metoo-Debatte und Deniz Yücel im Fokus.

Die jüngsten gesellschaftlichen Diskussionen und Entwicklungen waren auch beim traditionsreichen deutsche Film- und Fernsehpreis "Goldene Kamera" sichtbar. Neben der eigentlichen Verleihung der Awards wurden auch die jüngste #metoo-Debatte um sexuellen Missbrauch in der Film- und Fernsehwirtschaft, als auch der Fall des vor wenigen Tagen aus der türkischen Haft entlassenen "Welt"-Journalisten Deniz Yücel im Fokus.

Nach der Eröffnung durch Conchita Wurst sagten etwa die Schauspielerinnen Senta Berger und Palina Rojinski: "Die Zeiten von autoritären sexistischen Machodiktatoren am Filmset sind vorbei". Ein bedeutender Moment des Abends fiel aus: Yücel hätte eigentlich einen Solidaritäts-Sonderpreis erhalten sollen, der "Welt"-Reporter, der über ein Jahr wegen "Terrorverdachts" inhaftiert war,  bat er aber die Veranstalter, auf die Auszeichnung zu verzichten. Julia Becker, Aufsichtsratsvorsitzende der Funke Mediengruppe, erinnerte deshalb an 281 Journalisten, die weltweit weiter im Gefängnis sitzen. "Jeder Journalist, der zu Unrecht in Haft sitzt, weil er seine Arbeit macht, ist für uns nicht tolerierbar", zitierte die Austria Presseagentur Becker.

Lebenswerk-Awards für Hörbiger und Neeson
Zu den eigentlichen Awards: Die 79-jährige Christiane Hörbiger bekam die Goldene Kamera für ihr Lebenswerk von ihrem Sohn Sascha Bigler überreicht. Sie dankte laut APA dem verstorbenen Schauspieler Götz George und dem Regisseur Dieter Wedel. Gegen Letzteren gibt es ja seit Jahresbeginn Missbrauchsvorwürfe, gegen die sich Wedel zur Wehr gesetzt hatte. Neben Hörbiger wurde auch Hollywood-Star Liam Neeson ("Schindlers Liste", "Les Miserables") für sein Lebenswerk gewürdigt.

Als beste deutsche Schauspielerin wurde Petra Schaller-Schmidt ausgezeichnet, die sich wegen Erkrankung von ihrem Vater vertreten ließ. Volker Bruch wurde als bester deutscher Schauspieler ausgezeichnet, er bekam den Preis für seine Rolle als Kommissar Gereon Rath in der 1920er-Jahre-Serie "Babylon Berlin". Die Goldene Kamera für den besten Fernsehfilm ging an "Jürgen - Heute wird gelebt" mit Heinz Strunk und Charly Hübner.

Ewan McGregor ("Trainspotting", "Fargo") wurde als bester internationaler Schauspieler, Naomi Watts ("Mulholland Drive", King Kong") als beste Schauspielerin International geehrt.

Beste TV-Show wurde "Sing my Song", beste Serie "4Blocks", eine sechsteilige Thrillerserie von TNT über das Treiben krimineller Familienclans in Berlin. Der Nachwuchspreis ging an Louis Hofmann, Star der ersten deutschen Netflix-Serie "Dark". Der Zuschauer-Preis für die beste "Dokutainment"-Sendung ging an die Trödel-Show "Bares für Rares". Deren Moderator Horst Lichter verließ die Bühne mit dem Jubelschrei: "Scheiße, ich liebe euch!"

0 Kommentare

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder
Netiquette auf HORIZONT online

Das könnte Sie auch interessieren