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Kobza: Ein Jahr als "playing captain"

Werber Rudi Kobza
© Michael Königshofer

Anfang Februar 2017 gründete Rudi Kobza seine Kreativagentur Kobza and the Hungry Eyes (KTHE). Eine Jahresbilanz

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 7/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Den Blick nach hinten mag er nicht, Werbeguru will er nicht genannt werden. Dabei heißt einer nur so, der viel erreicht hat, nicht müde wird, Neues anzuzetteln. Mittlerweile umfasst sein Imperium zehn Unternehmen mit circa 80 Mitarbeitern. Aber seine vollste Aufmerksamkeit widmet er KTHE. Wenn Rudi Kobza heute seine Visitenkarte überreicht, ist es die von KTHE, die anderen aus seinen Divisions lässt er stecken. „Curious“ steht unter seinem Namen, unter dem der Strategic Plannerin „darling brain“. Jeder seiner Mitarbeiter durfte sich ein spezielles Attribut aussuchen. Statt Hierarchien gibt es Augenzwinkern auf Augenhöhe. „Die Challenge war, das richtige Team für die neue Agentur zu formen. Man stellt jemanden ein, weil er Feuer hat, weil er etwas kann, was andere nicht können. Aber du weißt nicht, ob es aufgeht, ob die Harmonie innerhalb des Teams passen wird. Ob da eine Kultur entsteht, die sich gegenseitig stützt und befruchtet. Aber es ist gelungen.“ Eine zweite Herausforderung war, wieder zu gewinnen; das, was man verspricht, auch zu halten. Die Latte lag hoch vor einem Jahr. Kobza verkündete bei Agenturgründung: Die langjährige Schockstarre der Branche gehört mit einer breiten kreativen Bewegung aufgebrochen. Ist auch das gelungen? „Mit dieser Ansage habe ich mich weit hinausgelehnt“ erinnert sich Kobza. „Die Branche sollte nicht einschlafen und glauben, dass eh alles gut ist. Oft heißt es auch, in gesättigten Märkten geht eh nix mehr. Beides beinhaltet Starre und Bewegungslosigkeit.“ Kobza ist sicher, dass Bewegung von kleinen Büros ausgeht, hier sitzen die wahren Talente. Es ist eine Frage des Energiefeldes, die richtige Umgebung einzurichten. Mit seinem Kreativspace bei KTHE hat er ein offenes Biotop geschaffen, ein inspirierendes Umfeld. Viele junge Leute sitzen hier, wuseln herum, interaktiv beschäftigt. Neugierig sollen sie sein, hungrig eben, klischeelos, offen und bereit, dazuzulernen. So wie er selbst, der „playing captain“. Diese Mischung sei die einzige Chance, noch nach 30 Jahren dazuzugehören. Hungry eyes als ein Versprechen an den Kunden. Und auch der Kunde soll hungrig sein. Mit KTHE hat sich Kobza für die nächsten zehn Jahre neu erfunden, ein neues Spannungsfeld gebaut.

Kreativ mit 30 hungry eyes

Was macht Kobza anders als andere Kreativagenturen? „Wir kochen auch nur mit Wasser“, antwortet er. Von Vorteil aber ist, dass Kobza eine bewegliche Gruppe darstellt und KTHE darin eingebettet ist, sich mit zehn Spezialunternehmen verzahnen kann, wo sie gebraucht werden. Im ersten Jahr kreierte seine Agentur die Lindbergh-Kampagne für den Lifeball, die vorraussichtlich international adaptiert wird. Kunden des ersten Jahres waren auch die Nationalbibliothek, das Bundesheer, die VIG Vienna Insurance Group, die Medizinische Universität Wien/Zentrum für Präzisionsmedizin und die Rewe Group. Größenmäßig ist Kobza happy, vom Start weg mit Partner Niko Pelinka und acht Mitarbeitern zählt man heute mittlerweile 15 hungry people. Mit dieser Mannschaft könne er jede Etatgröße abdecken. Wer immer Marken aufgebaut und beworben hat, will irgendwann auch eine eigene besitzen. Die Begegnung mit dem Barista Valentin Siglreithmaier kam wie gerufen. Beim gemeinsamen Updaten über zukünftige Pläne erfuhr Kobza vom Kaffeeprojekt. Ein neues Energiefeld war gefunden, Kobza hatte wieder einen neuen Kick. Je älter er wird, desto besser kann er zuhören, ist der bessere Partner und Chef, fühlt mehr Offenheit in sich. Seine kreative Manufaktur basiert auf Freude und Spaß, nicht auf industrieller Abfertigung. Kobza agierte in vielen Netzwerken und Partnerschaften, nun hat er seine eigene inhabergeführte Agentur. Er spricht viel von Energiefeldern, von Spannungsfeldern. Dabei strahlt er Ruhe und Gelassenheit aus. „Die Kombination aus dem, was man weiß, was man hat und dem unbekannten Faktor eines jeden neuen Tages, in diesem Spannungsfeld liegt ganz viel Energie“, ist sein aktuelles Resümee.

[Suzanne Sudermann]

Zur Person

Rudi Kobza ist seit den 1990er- Jahren eine Fixgröße unter den heimischen Kommunikatoren. 2016 verkaufte er seine Anteile an GGK Mullenlowe, FCB Neuwien und McCann und konzentrierte sich auf seine eigene Kobza Media Group, zu der KTHE gehört. Kobza ist auch Vizepräsident des Austrian Chapter der IAA.

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