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5G – das erwarten sich Österreichs Medienhäuser

© Kruk / Adobe Stock

LTE-Broadcasts und Innovationen bei Content und Werbung sind nur einige der Chancen, die die heimischen Medienhäuser in 5G orten.

Dieser Artikel ist zuerst in HORIZONT Nr. 9/2018 erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

In den heimischen Medienhäusern erwarten die Verantwortlichen bereits mit Spannung, welche Verbesserungen im Arbeitsumfeld mit 5G einhergehen werden.

Freies Streaming für Österreich
Corinna Drumm, Geschäftsführerin des Verbands der Österreichischen Privatsender, bezeichnet 5G als wichtige Entwicklung, die auch die Medienlandschaft in Österreich deutlich beeinflussen wird: „Durch 5G werden einerseits deutlich größere Bandbreiten verfügbar, andererseits sind mit 5G zusätzliche Funktionalitäten möglich, wie beispielsweise mittels ‚LTE-Broadcast‘ die Möglichkeit, Rundfunk im klassischen Sinne zu übertragen, soll heißen ‚one-to-many‘.“ Diese Chance sollte ihrer Meinung nach nicht ungenutzt bleiben: „Mittels 5G und mit Unterstützung von LTE-Broadcast sollte allen Österreicherinnen und Österreichern ein einfacher, kostenloser, mobiler Zugang zu österreichischen Radio- und Fernsehprogrammen ermöglicht werden.“ Zwar böten laut Drumm schon heute einzelne Mobilfunkunternehmen freies Streaming an, ohne dass der entsprechende Datenverbrauch für die Endkundenrechnung berücksichtigt werde, beispielsweise „Free Stream“ von A1.

Drumm will dieses Recht jedoch abgesichert sehen, alle 5G-Mobilfunknetzbetreiber sollten verpflichtet sein, ihren Endkunden diese Empfangsmöglichkeit zu ermöglichen. Der Weg dorthin sei einfacher als gedacht: Im Zuge des Vergabeverfahrens müsse den Erwerbern von 5G-Frequenzen die zusätzliche Auflage erteilt werden, österreichische Hörfunk- und Fernsehprogramme kostenlos verbreiten zu müssen. Dieser Wunsch sei dem Verkehrsminister bereits vor einigen Wochen kommuniziert worden, so Drumm. Nachteile gebe es keine nennenswerten und die Vorteile seien nicht von der Hand zu weisen: Von einer unangemessenen Netzbelastung der Mobilfunkanbieter sei nicht auszugehen. Außerdem könne mit dieser Maßnahme „eine positive Fördermaßnahme zugunsten österreichischer Medienangebote im Wettbewerb mit den US-Mediengiganten gesetzt werden“, meint Drumm.

Content adaptiert an Zielgruppe
Potenzial sehen auch die Verlagshäuser. So meint etwa Gerlinde Hinterleitner, Verlagsleiterin bei Der Standard: „Grundsätzlich freuen wir uns über schnelleres Internet, besonders weil wir ja sehr oft in Echtzeit berichten, und da helfen uns schnellere Verbindungen zwischen den Rechnern. Wir werden sicher noch mehr mit Live-Videoberichterstattung experimentieren als bisher.“ Allerdings sei noch nicht absehbar, wann 5G zum Standard erklärt werde.

Bei der Kleinen Zeitung ist man der Meinung, dass 5G im industriellen ebenso wie im privaten Umfeld neue Möglichkeiten biete, wo die größten Veränderungen im Bereich Mobilität und Smart Home zu erwarten seien. „Die Kommunikation zwischen ‚Mensch und Maschine‘ (Web 4.0) wird für Verlage neue Plattformen (beispielsweise multimedia table), neue Vertriebskanäle (zum Beispiel Audio) und neue Schnittstellen (AI, AR) bringen“, meint Walter Hauser, stellvertretender Geschäftsführer der Kleinen Zeitung, in einer schriftlichen Stellungnahme. Content werde sich „weiter vom Papier emanzipieren und exzessiv an Situation und Zielgruppe zu adaptieren sein. Das bringt definitiv neue Chancen, aber auch vor allem technologische Herausforderungen.“

Markus Fallenböck, Geschäftsführer & Chief Sales Officer B2C bei der Verlagsgruppe News, begrüßt ebenso die rasche Vergabe und den Ausbau von 5G in Österreich. Er sieht den Gewinn auch bei den Konsumenten: „Schnelles und stabiles Internet gerade auch in ländlichen Regionen ist extrem wichtig für innovative Content- und Werbeformate. Wir sehen das etwa bei unseren E-Paper-Ausgaben, die aufgrund des Content (vor allem Bilder), aber auch wegen Such- und Lesemodus entsprechende Übertragungskapazitäten brauchen, um schnell zu funktionieren.“ Das gleiche gelte auch für Videocontent. 

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