Horizont 24-25/2020

‚Große Wendigkeit sehe ich in österreichischen Medien nicht unbedingt.‘ Futurezone-Chefredakteurin Claudia Zettel empfiehlt, sich von der Erfolgstaktik hinter ihrer Plattform inspirieren zu lassen → Seite 8 HORIZONT 3,60 Euro № 24-25 19. Juni 2020 Die österreichische Wochenzeitung für Werbung, Medien & Marketing Neustart für den heimischen Tourismus, Österreicher sollen ihr Land neu entdecken: die Strategien der Marketer und Kommunikatoren von Bildwelten bis Budgets. Tourismusmarketing: ‚Ein Stück heile Welt‘ © tovovan/stock.adobe.com © pico/stock.adobe.com Bericht von SarahWagner D er Sommer steht unmit- telbar vor der Tür, doch Urlaub ist heuer nicht wie sonst. Die Corona- KrisehatdenTourismusweltweitüber Wochen zum Erliegen gebracht, die nun eingetretenen Lockerungen tref- fen auf die Lust nach Reisen. Urlaub in Österreich steht stark wie nie zuvor im Fokus – und damit die Frage, wie Touristiker und ihre Werber um die Sommerurlauber buhlen. Die Ausgangslage war schon in- mitten der Corona-Krise nicht die schlechteste: Laut Umfrage „Sommer- urlaub 2020“ des Marktforschungsin- stituts Focus wollen heuer 34 Prozent der Österreicher ihren Urlaub „wahr- scheinlich“ im eigenen Land verbrin- gen, so der Stand Ende Mai. Ohne die Corona-Pandemie wären das nur 17 Prozent gewesen. Tatsächlich planen zumindest 21 Prozent heuer noch generell einen Urlaub, 30 Prozent wollen sich immerhin auf Reisen begeben, „wenn sich die Situation mit den Beschränkungen bis dahin verbessert“. Mit 15. Juni sind viele Be- schränkungen gefallen oder gelockert worden, Urlaub ist großes Thema. Da bleibt für Werber viel Spielraum für Überzeugungsarbeit, denn ganze 61 Prozent der Reisewilligen haben demnach noch nicht gebucht. Österreich zählt zu den ersten Ländern, die die Tore der heimischen Hotels langsam wieder öffnen. Nun sollen vor allem die Österreicher selbst dort einchecken und die hei- mische Wirtschaft in Schwung brin- gen. Weil dieses Argument bei der Urlaubsplanung wohl für wenige im Vordergrund steht, müssen Werber mit den üblichen Bildern von idylli- schen Berglandschaften und men- schenleeren Seen vomHeimaturlaub überzeugen: Am besten mit den be- kannten Klischee-Katalogbildern, mit „einem Stück heile Welt“, wie Florian Aubke, Studienbereichsleiter Tourism & Hospitality Management an der FH Wien, empfiehlt. „Marke- ting-Botschaften, die sich derzeit an- bieten, zielen darauf ab, Österreich als sicheres Reiseziel zu vermarkten. Eine zweite zentrale Botschaft wird sein, dass Urlaub in Österreich in der Natur und somit weit weg von Menschenmassen stattfindet. Hier bedient man das Bedürfnis nach Freiheit und vermittelt gleichzeitig ein Gegenangebot zum in Verruf ge- ratenen Massentourismus.“ Die Corona-Krise und der Lock- down hätten vielfach den Wunsch, zu verreisen und Neues zu entde- cken, noch gestärkt, meint Aubke. Den Urlaub in der Kommunikation als „Erlebnis“ zu positionieren, als „wiedergewonnene Freiheit“ könne eine gute Strategie sein, die Reiselust der Österreicher trotz aller Umstän- de zu wecken. Das Thema Sicher- heit, also eine geringe Ansteckungs- gefahr und ein geringes Risiko, am Urlaubsort zu stranden, spiele für die Reiseentscheidung ebenso eine große Rolle, so der Studienbereichsleiter. Aber: „Durch die Medien ist bekannt, dass Österreich die Krise vergleichs- weise gut gemeistert hat.“ Heimaturlaub als patriotischer Akt Den Urlaub im eigenen Land zu ver- bringen bedeutet heuer allerdings viel mehr als nur Erholung und Eska- pismus, nämlich puren Patriotismus, wie der wirtschaftliche Aspekt gerne verpackt wird. „Die Bemühungen der Bundesregierung und der Österreich Werbung, den Sommerurlaub in hei- mischen Gefilden zum patriotischen Akt hochzujazzen, haben durchaus Wirkung gezeigt“, sagt Ronald Hoch- mayer, Managing Partner der Agentur Mediaplus, die die aktuelle Sommer- Kampagne vonHochkönig konzipier- te. Die Sujets setzten auf Heimatge- fühl und die „wiedergewonnene Frei- heit“, die auch schon Aubke betonte. In dieser Ausgabe Zögerlicher Zuwachs Woher Zuwächse für digitale Medien in Österreich kommen und worauf Printmarken deshalb hoffen dürfen Medien → Seite 6 Zank um Zaster Wie die notwendigen Sparpläne welche Bereiche des ORF betreffen könnten medien → Seite 7 Ziemliche Zumutung Welche Pitch-Vorgaben die AK Interessenten macht und warum das die Branche ärgert Marketing → Seite 9 Zerzauste Zahlen Was heimische Digitalangebote im Post-Corona-Blues eint und wer gegen den Trend gewinnt update → Seite 15 Österreichische Post AG,WZ 02Z031577 W , Manstein ZeitschriftenverlagsgesmbH, Brunner Feldstraße 45, 2380 Perchtoldsdorf Retouren an Postfach 100, 1350Wien Lesen Sie weiter auf → Seite 2 DAS GROSSE TV� UND STREAMING EVENT www.medientage.at 23. & 24. SEPTEMBER 2020 ERSTE CAMPUS WIEN ÖSTERREICHISCHE MEDIENTAGE EXKLUSIVE NETWORKING� TISCHE © Kurier/Jeff Mangione

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