Horizont 20-21/2020

‚Jetzt bin ich der Mann im Hintergrund – aber im Herzen immer noch Journalist.‘ Wolfgang Ainetter , Ex- News -Chefre- dakteur, ist nun Kommunikationschef im deutschen Verkehrsministerium – und Ministerialdirigent. → Seite 6 HORIZONT 3,60 Euro № 20-21 22. Mai 2020 Die österreichische Wochenzeitung für Werbung, Medien & Marketing P7S1P4-Chef Markus Breitenecker über ein Jahr Puls 24, Geplänkel mit Wolfgang Fellner und Liwest, Umsatzminus, Programmstrategie, den neuen Vorstand beim deutschen Eigentümer sowie deutliche Forderungen an den Staat. Private Pläne und Perspektiven © Lunatictm/stock.adobe.com © Sebastian Reich In dieser Ausgabe TV die Krone aufsetzen Warum sich die Kronen Zeitung als neuer linearer TV-Player auf Augenhöhe mit dem ORF sieht medien → Seite 7 Oha, OOH! Worauf Gewista-CSO Andrea Groh nach Covid-bedingten Einbrüchen hofft marketing → Seite 8 Telekommunikation & IT Welche digitalen Sparten von Covid-19 profitieren, wo Daten nun besonders zählen und wie Telkos ihre Pläne revidierten im Fokus → ab Seite 10 Bewegte Zeiten Wie die dpa ihren Bewegtbild- Vorstoß anlegt und welche Rolle Stefan Ströbitzer dabei spielt international → Seite 15 Österreichische MEdientage 2020 Neuausrichtung und Schulterschluss heimischer Medien Neues Konzept mit bewährten Stärken. Die Österreichischen Medientage am 23. und 24. September finden statt – mit bewährten Stärken, aber aufgrund der Corona-Krise mit neuem Kon- zept. Der hochkarätige Branchentreff wird zum TV- und Streaming-Event, exklusives Networking vor Ort und Einbindung von Partnern sindweiter- hin gegeben. Nach einer Vielzahl an Covid-19-bedingten Absagen in der Branche sind die Österreichischen Medientage des Manstein Verlags damit nach dem Sommer die erste große Plattform für Medien, Kommu- nikation, Politik und Wirtschaft. In der gewohnten Location am Erste Campus wird die Grand Hall unter Berücksichtigung aller not- wendigen Sicherheitsmaßnahmen für rund 100 Gäste geöffnet sein. Hier können interessierte Unternehmen ihre Partner und Freunde unter Ein- haltung von Mindestabständen an ihre Tische einladen und sowohl den inhaltlichen Austausch als auch das Networking forcieren. Die Bühne der Grand Hall wird für zwei Tage zum großen TV-Studio, auf der ein Moderator mit Gästen auf der Bühne diskutiert – hochrangige internationale Speaker werden nach Bedarf per Video auf einer Vidiwall zugeschalten. Neben den Diskus- sionsformaten bieten die Österrei- chischen Medientage in bewährter Weise Key Notes und Insights hoch- karätiger Speaker. Zahlreiche High- lights wurden bereits vor der Corona- Krise fixiert. Diese werden in Kürze bekanntgegeben. Die Aufzeichnung der Medientage wird in höchster Qualität im Schul- terschluss der großen Medienhäuser produziert und das Signal nachBedarf allen interessierten Medien zur Ver- fügung gestellt. Die Medientage sind außerdem als Stream in voller Länge auf horizont.at abrufbar. So sind so- wohl die Distribution der relevan- ten Branchenthemen an eine breite, interessierte Öffentlichkeit als auch die Präsenz der Partner gewährleistet. Die großen Themen, die die Bran- che bewegen, könnenmit einemoder mehreren Co-Sponsoren gemeinsam gehostet und auch gebrandet werden. Weiters besteht durch einen Produk- tionskostenzuschuss dieMöglichkeit, imUmfeld des jeweiligenThemas sei- ne Marke optimal zu positionieren. Das multimediale redaktionelle An- gebot von HORIZONT in Print und Online rundet das Vermarktungsport- folio ab – auch in diesem Jahr mit dem profil.bestseller. red Österreichische Post AG,WZ 02Z031577 W , Manstein ZeitschriftenverlagsgesmbH, Brunner Feldstraße 45, 2380 Perchtoldsdorf Retouren an Postfach 100, 1350Wien Interview von Jürgen Hofer Horizont: Vor einem Jahr startete Puls 24 anlässlich des Ibiza-Videos als Pop-up-Channel. Wie dankbar sind Sie denn Heinz-Christian Strache für dieses Ereignis? Markus Breitenecker: Puls 24 war unser erstes „Digital first“-Pro- jekt, zuerst als Pop-up-Channel auf unserer Streaming-App Zappn, spä- ter als eigenständige News-App mit zuletzt schon 750.000 Installationen, ab September als vollwertiger linearer Free-TV-Sender. In Ibiza-Zeiten gebo- ren, ist unser Baby in der Corona-Zeit erwachsen geworden und hat den Durchbruch geschafft. Ich bin un- heimlich stolz, was das Team da ge- schafft hat – insofern muss ich eher SZ und Spiegel für die Aufdeckung dankbar sein. Wie fällt denn Ihre Bilanz zu einem Jahr Puls 24 aus? Das Resümee ist eine große Dankbarkeit für die Teamleistung, weil wir im Vergleich den schnellsten Sendestart geschafft haben. Noch nie hat ein österreichischer Fernsehsen- der innerhalb eines halben Jahres – auch mit dem schnellen Aufbau der technischen Reichweite – ein Prozent Marktanteil bei den unter 50-Jährigen erreicht. Das ist natürlich auch der Nachrichtenlage geschuldet, aber es braucht trotzdem ein Produkt, das den eigenen Qualitätsansprüchen und den Sehern journalistischer In- halte gerecht wird. Neben der tech- nischen Distribution war das eine besondere Leistung unserer redaktio- nellen Teams, die 22 Stunden pro Tag Eigenproduktionen realisieren – da- von zehn bis zwölf live, neu und aktu- ell. Mit diesen Inhalten erreichen wir an guten Tagen rund eine halbe Mil- lion Zuseher, manchmal sogar mehr. All das braucht Anstrengungen. Ist der Aufwand das Ergebnis aus Ihrer Sicht wert? Die Antwort ist nicht nur für Puls 24 etwas paradox: Umsatzmäßig stehen wir, wie alle privaten Medien, vor den gleichen finanziellen Heraus- forderungen, aber bei Quoten und digitaler Reichweite hat es sich mehr als ausgezahlt und alle Erwartun- gen und Businesspläne übertroffen. Das Schöne an Puls 24 ist, dass wir hier nicht nur den Durchbruch als Newssender geschafft, sondern auch die Quoten der Nachrichten auf den Hauptsendern gesteigert haben, bei Puls 4 um 33 Prozent, bei ATV um 51 Prozent. Es gab und gibt das sehr amüsante Geplänkel mit Wolfgang Fellner, der imHORIZONT-Interview gesagt hat, dass das, was Puls 24 macht, nur eine Kopie seines Senders sei. Ihre Antwort darauf? Darauf gehe ich nicht ein. Wir investieren seit über 15 Jahren in Information. Puls 24 ist ein journalis- tisches Produkt. Bei der angesprochenen tech- nischen Reichweite gab es mit Kabelnetzbetreibern so einige Querelen, was die Verbreitung an- belangt. Warum gibt es mit Liwest keine bestehenden Verträge? Oder warum greift die Must-Carry- Regelung nicht? Diese Eskalation hat keine sach- lichen Gründe. Der Kabelnetzbe- treiber Liwest hat leider nicht das Interesse seiner Kunden im Fokus, er nimmt ihnen die Chance, einen kostenlosen österreichischen Nach- richtensender in HD-Qualität zu sehen. Viele Liwest-Kunden sind verständlicherweise sehr verärgert. Die Thematik wird auf mehreren Ebenen ein juristisches Nachspiel haben. Da der Public-Value-Sender Puls 24 unzweifelhaft Must-Carry- Status hat, wird die Einspeisung vermutlich ohnehin behördlich an- geordnet werden. Lesen Sie weiter auf → Seite 2 © privat

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxNTI=