Horizont 14/2020

‚Breit genug und g’scheit genug.‘ Profil -Herausgeber und Chefredakteur Christian Rainer sorgt sich nicht um die Zielgruppen-Stabilität seines Magazins → Seite 15 HORIZONT 3,60 Euro № 14 3. April 2020 Die österreichische Wochenzeitung für Werbung, Medien & Marketing Bericht von Michael Fiala M it dem Einstieg von Disney+ in Europa in der vergangenen Woche steuert der treamingmarkt in Europa seinem vorläufigen Höhepunkt entgegen. Der neue Streamingservice ging am 24.MärzimUK,inDeutschland,Italien, Spanien, Österreich, der Schweiz und Irland an den Start. Weitere westeuro- päischeLänder sollen folgen, dasRan- geln um Marktanteile mit Streaming- konkurrentenwieNetflix,Amazon,Sky und Dazn verschärft sich damit. Dichter Markt wächst weiter Blickt man auf die Prognosen der Marktanalysten, so kann man zu der Feststellung kommen, dass esweltweit noch genügend Platz für neue Player gibt. Der Umsatz im Segment Video- Streaming (SVoD) beträgt 2020 laut Statista etwa 22,932 Milliarden Euro. Laut Prognose wird im Jahr 2024 ein Marktvolumen von 26,932 Milliarden Euro erreicht, das entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 4,1 Prozent. Die Penetrationsrate liegt 2020 bei 15,2 Prozent und erreicht im Jahr 2024 voraussichtlich 16,9 Prozent. Schon etwas weniger rosig ist der Blick auf den einzelnen User, denn dieser ist kaum bereit, noch mehr Geld für VoD-Dienste auszugeben. Der durch- schnittliche Erlös pro Nutzer (ARPU, Average Revenue Per User) liegt im Jahr 2020 bei 20,30 Euro. Bis 2024 soll dieser Umsatz nur geringfügig auf 20,64 Euro steigen. Für die Player auf dem Markt bedeutet das: Steigender Umsatz ist vor allem durch Neukun- den möglich, bei bestehenden VoD- Fans ist ein harter Verdrängungswett- bewerb zu erwarten. Zurückhaltung unter Konkurrenten Welchen Marktanteil Disney+ in dem Milliardenbusiness für sich beanspruchen will und anstrebt, ist (zumindest öffentlich) nicht bekannt. Strategien und konkrete Erwartungen wollte der neue Streamer auch gegen- über HORIZONT nicht preisgeben. Bei Sky, das auch reine Streaming- services anbietet, sieht man mit dem Einstieg von Disney+ jedenfalls noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. „Wir sehen heute schon eine Vielzahl von Playern in diesem Bereich und es werden mit Sicher- heit auch noch welche dazukommen – sowohl auf lokaler Ebene als auch auf der internationalen beziehungs- weise paneuropäischen Bühne“, sagt Michael Radelsberger, Vice President Go to Market Strategy, gegenüber HORIZONT. „Streaming als techno- logischer Übertragungsweg wird sich aus unserer Sicht eingliedern in die bestehenden Möglichkeiten (DTH, DTT, Kabel) und auf absehbare Zeit das klassische Fernsehen auch nicht als Platzhirsch ablösen. Es wird also zu einer Verschmelzung der Welten kommen im Sinne von Technologien und Content.“ Während Radelsberger zufolge Serien und Filme immer stärker on demand genützt werden, „sind Nach- richten und Sportübertragungen überwiegend ein ‚Live-Erlebnis‘ und damit auch über DTH, Kabel et cetera attraktiv. Sky arbeitet genau an dieser Zusammenführung von Technologie und Nutzererlebnis, um letztendlich das herzustellen, worum es geht: ein- fachen und übersichtlichen Zugang zu hochwertigem Content“. Denn die schwierigeKundengunst bleibt zentra- les Erfolgskriterium. In dieser Ausgabe Trauer um Jani Newrkla Branchen-Weggefährten und Freunde – oftmals beides zugleich – erinnern an den verstorbenenWerbe-Vordenker menschen → Seite 3 An ihren Mobile-Zahlen sollt Ihr sie erkennen Warum die neue ÖWA Plus nur auf den ersten Blick äußerst stabil, beim zweiten Blick auf mobile Surfgewohnheiten dafür umso spannender ist medien → Seite 5 Studium rückt in weite virtuelle Ferne Wie Fachhochschulen und andere Ausbildungsstätten mit dem plötzlichen Shift zu Home Learning umgehen und was sie selbst für die Zukunft daraus gelernt haben karriere → Seite 6 Wenn Zürcher in Berlin wildern gehen Welche Taktik hinter dem wachsenden Erfolg der Neuen Zürcher Zeitung beim deut- schen Publikum steht international → Seite 8 Dossier Media-Analyse Warum Print und Online das Kriegsbeil begraben können, welche Titel wie performen und die wichtigsten Daten der Media-Analyse im Überblick → ab Seite 9 Medien Menschen ,Tele‘ wird zu ,tele14‘ Das Fernsehmagazin erscheint künftig alle zwei Wochen. 31 Jahre lang erschien das TV-Maga- zin tele im wöchentlichen Rhythmus, ab sofort wird auf zweiwöchige Intervalle umstellt. Veröffentlicht wird in den geraden Wochen. Die tägliche Programminformation soll auf einer Doppelseite konzentriert werden, der Fokus von nun an mehr auf redaktionellen Empfehlungen zu aktuellen Fernseh- und Streaming- Ausstrahlungen liegen. Das Medium betont, dass der Anzeigentarif trotz doppelt so langer Präsenz in der jeweiligen Ausgabe gleich bleibe. Tele14 soll außerdem weiterhin als Programmbeilage vielen Zeitun- gen beiliegen, auch die Website so- wie die tele -Apps sollen unverändert weiterbestehen. Zudem erhalten die Rubriken „Aktiv und Gesund“ und „Entdecken und Genießen“ künftig mehr Fläche im Heft. NOH Lendl Personalleiter bei Mediaprint Ablöse an der HR-Spitze nach 34 Jahren. Nachmehr als drei Jahrzehnten über- gab der bisherige Leiter des Personal- bereichs bei der Mediaprint-Gruppe, Matthias Wildsperger, im März das Ruder an Thomas Lendl. Damit zeichnet dieser für die HR-Agenden für 1.800 Mitarbeiter verantwortlich. Als erste Bewährungsprobe gelte es auch für ihn, den Umgang mit der Corona-Krise zu meistern. Es handle sich um „heikle Einstiegschallenges für Lendl“, wie das Unternehmen er- klärt. Doch, so Lendl: „Wir bleiben zuversichtlich und versuchen als Unternehmen zusammenzuhalten.“ Gemeinsam könne man zeigen, wie stark der Gemeinschaftsgedanke der Mediaprint sei. Zuvor arbeitete Lendl unter anderem als HR Business Part- ner bei Tchibo/Eduscho Austria und avancierte später zum Director of HR in der Zentrale in Hamburg. NOH Österreichische Post AG,WZ 02Z031577 W , Manstein ZeitschriftenverlagsgesmbH, Brunner Feldstraße 45, 2380 Perchtoldsdorf Retouren an Postfach 100, 1350Wien Lesen Sie weiter auf → Seite 2 Michael Radelsberger , Vice President Go to Market Strategy, erwartet weitere Player auf dem Streamingmarkt. © Sky Immer mehr Anbieter drängen auf die Bildschirme, nun wirbelt Disney den Markt der Streamer durcheinander. Eine Analyse zu Potenzialen, User-Gunst, Geld, Positionierung und Differenzierung. Endlos-Stream © blackzheep/stock.adobe.com © AnKudi/stock.adobe.com ©Yuriy/stock.adobe.com © Johannes Brunnbauer

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