Horizont 13/2020

HORIZONT 3,60 Euro № 13 27. März 2020 Die österreichische Wochenzeitung für Werbung, Medien & Marketing In dieser Ausgabe Print-Prüfstand Was der erste Blick auf die neue Media-Analyse über die Lage heimischer Printmedien sagt medien → Seite 8 Aus Spaß mach Ernst Wie aus einem verbummelten Nachmittag die Plattform 1000things wurde, die nun sehr zielgerichtet expandiert medien → Seite 8 Bindungswillig Warum Marketer die derzeitige Situation als entscheidend für künftige Kundenbindung sehen marketing → Seite 10 Ungeplante Media-Pläne Wie Media-Agenturen mit „über Nacht“ verändertenWegen der Kundenansprache umgehen agenturen → Seite 11 Österreichische Post AG,WZ 02Z031577 W , Manstein ZeitschriftenverlagsgesmbH, Brunner Feldstraße 45, 2380 Perchtoldsdorf Retouren an Postfach 100, 1350Wien Lesen Sie weiter auf → Seite 2 Starke Performance. Media-Analyse 2019. Mehr dazu auf Seite 3. Wir schreiben, was die Österreicher bewegt. Interview von Jürgen Hofer D ie Situation für Medien- häuser in Corona-Zeiten ist ungewiss und zwie- gespalten: Einerseits ist der Zuspruch zur redaktionellen Berichterstattung ungebremst hoch, andererseits listet etwa der Verle- gerverband VÖZ allein für den März einen finanziellen Schaden von 40 Millionen Euro. Einschätzungen von Experten fallen höchst unterschied- lich aus: Einige rechnenmit wenigen verlorenen Monaten, andere sehen in der Krise ein Aufblühen starker, vertrauenswürdiger Marken, wieder andere sehen den Werbemarkt ein- brechen, während andernorts gera- de jetzt zu Investments geraten wird. Unterdessen setzen Unternehmen wie APG ein Zeichen (siehe Bericht Seite2)undinserierenbewusstinhei- mischenPrintmedien.Derenoberster Vertreter,VÖZ-PräsidentMarkusMair (Vorstandsvorsitzender Styria Media Group), imHORIZONT-Interviewzur Lage der heimischen Verlagshäuser. Horizont: Der VÖZ hat zuletzt den Schaden für die Print-Branche mit 40 Millionen Euro allein für März beziffert. Der weitere Verlauf der Krise ist nicht vorhersehbar. Wie lange können Österreichs Verlags- häuser aus Ihrer Sicht durchhalten? Markus Mair: Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Situation für alle Medienunternehmen verle- gerischer Herkunft kritisch ist. Die Rücknahme von Werbekampagnen und Storni von Anzeigen treffen alle Medien, insbesondere die rein werbefinanzierten. Gleichzeitig gilt es, zusätzliche Ausgaben und Inves- titionen in Technologie – um zum Beispiel für alle Mitarbeiter Telewor- king zu gewährleisten – zu verkraften. BegleitendeMaßnahmen wie Kurzar- beit, die viele Industriebetriebe zur- zeit setzen – im Redaktionsbetrieb allerdings nur bedingt umsetzbar – können dies in unserem Fall nicht ausgleichen. Eine abschließende Ant- wort auf Ihre Frage lässt sich jedoch nicht geben, da das Ende der Krisen- situation nicht abschätzbar ist und die Verlagshäuser unterschiedliche Finanzstrukturen aufweisen. Es mutet beinahe skurril an, dass die Aufgabe von Medien essenziell ist und die Nutzung mit sehr hohem Zuspruch erfolgt, sich aber die Finanzierung dermaßen schwierig gestaltet. Wie lässt sich dieser Spagat gehen? Ich denke, genauso wie die österrei- chischen Zeitungen und Magazine damit umgehen: Informationskom- petenz tagtäglich auf allen unseren Kanälen beweisen und somit und unsere Leserinnen und Leser best- möglich informieren; alle Maßnah- men, die seitens des Gesetzgebers ermöglicht werden, optimal nutzen; Synergieeffekte und Sparmaßnah- men in den einzelnen Unternehmen intelligent umsetzen; unserenWerbe- kunden auch in Krisenzeiten ein ver- lässlicher Partner sein – und last but not least auf alle unsere Mitarbeiter und deren Gesundheit zu schauen, die, wie ich höre, in allen Verlagshäu- sern überaus konstruktiv und enga- giert mitwirken. ‚Es braucht ordnungspolitische Maßnahmen, die keine Schlupflöcher offenlassen.‘ ‚Wow, das Bügelbrett wäre gerade frei.‘ Woman -Herausgeberin und -Chefre- dakteurin Euke Frank teilt ungewohnte Erfahrungen mit dem Rest der Branche im Home-Office-Rundruf → Seite 6 © privat © artsquirrel/stock.adobe.com Medienhäuser erfahren enormen Zuspruch, haben aber finanziell teils arg zu kämpfen. VÖZ-Präsident Markus Mair im HORIZONT-Interview über finanzielles Durchhaltevermögen, Buchungssituation, subtile Unterstellungen sowie klare Ansagen an Markt und Politik. Corona-Krise: Statement im Sturm

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