Horizont 09/2020

‚Beratung ist gefragt wie nie, weil schöne bunte Bilder nicht mehr reichen.‘ Jürgen Colombini , Jörg Fessler und Robert Judtmann blicken mit ihrer neuen ARGE UniqueFessler optimistisch in die Zukunft → Seite 11 HORIZONT 3,60 Euro № 9 28. Februar 2020 Die österreichische Wochenzeitung für Werbung, Medien & Marketing WK-Wahl: Agenda, Player und Standpunkte Bericht von Jürgen Hofer W ahltage: Vom 2. bis zum 5. März werdenmit den Wirtschaftskammer- WahlendieVertreterder jeweiligenBranchen inKammernund Fachorganisationenbestimmt. Für die FachgruppeWerbung undMarktkom- munikation, mit über 32.000 Mitglie- dern eine der bedeutendsten Vertre- tung des Großteils der Kommunikati- onsszene, stehenvieleThemenauf der Agenda: Datenschutz, Aus- und Wei- terbildung, Digitalsteuer und Werbe- abgabe, Ein-Personen-Unternehmen, LohndumpingoderauchFörderungen – in der größten Fachgruppe in Wien durchaus heißdebattiert, siehe Round Table Seite 2. „So aktiv wie dieses Mal habe ich den Wahlkampf und das Interesse an der Wahl noch nie empfunden“, attes- tiert Angelika Sery-Froschauer imGe- sprächmitHORIZONT. Seit 2010agiert sie als Obfrau des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich und ist damit oberste Vertreterin. Für die Branche sieht sie klare Brennpunkte und Herausforderun- gen: „Aktuell größte Brocken sind sicher DSGVO und E-Privacy-Ver- ordnung“, auch auf Europa-Ebene, weil es „um Sicherung und Aus- bau der Online-Geschäftsmodelle geht“. Maßnahmen hätten „extre- me Barrieren“ mit sich gebracht, Online-Vertriebsmodelle würden da- durch stark in Frage gestellt, die digi- tale Marktwirtschaft werde teils stark eingegrenzt, so Sery-Froschauer. Ebenfalls europaweit auf der Agen- da steht die Frage nach digitaler Be- steuerung. Sery-Froschauer plädiert dafür, dass sich alle Verbände imRin- gen um eine gute Lösung einbringen. „Wichtig ist, dass es keine Insellösung wird. Es geht um Zukunftssiche- rung und Gleichberechtigung: Internationale Player, die nicht hier zuhause sind, aber hier Umsätze er- wirtschaften, müssen unbedingt in das System eingebunden werden“, so die Obfrau. Auch Ausbildung werde nach der Wahl wesentlicher Schwerpunkt bleiben. Unter der da- maligen Bundesministerin Margarete Schramböck wurden etwa neue Lehrberufe initiiert. Sery-Froschauer sieht die Kommunikationsbranche als Vorreiter bei diesen veränderten Berufsbildern. „Die Lehrlingszahlen in unseren Branchen nehmen zu, was extrem wichtig ist.“ Ob sie persönlich nach der Wahl wieder als Obfrau (aus der direkten Urwahl der Fachgruppen-Vertreter werden folgend Ämter wie diese ge- wählt) zur Verfügung stehen wird? „Wir haben ein klares Commitment, dass wir uns über Personalia im Vor- feldnicht äußern“, so Sery-Froschauer. Das Ergebnis der Bundesländer wird am6. März feststehen, danach konsti- tuieren sich die Fachverbände. In dieser Ausgabe Keine Sportsmänner Womit Frauen im Sportjourna- lismus zu kämpfen haben und wie sie Vorurteile widerlegen menschen → Seite 6 Porsche-Sharing Wie Andreas Martin die PorscheWerbemittlung zur Full-Service-Agentur PMC umgebaut hat, die nun auch Dritten ihre Dienste anbietet menschen → Seite 6 Kurierdienst Welche Leserschaft der Kurier mit seinem Relaunch anspre- chen will medien → Seite 8 StreitlustigerWerberat WarumWerberatspräsident Michael Straberger mit „Ent- gleisungen“ derWerbebranche auch seine Freude hat marketing → Seite 10 Gesichtsverlust für Facebook Wo Facebook werberisch gegenüber der jüngeren Tochter Instagram die Luft ausgeht update → Seite 15 Dossier der TV-Markt Wo TV vor den Streamern sicher ist, welche Plattformen Gewicht bekommen und was Werber mit der neuen Bewegtbild-Vielfalt anfangen → ab Seite 17 medien marketing Geschlossener ORF- Zentralbetriebsrat Einstimmigkeit in kons- tituierender Sitzung als Zeichen an Management. „Erstmals seit Jahrzehnten“ ist es dem ORF-Zentralbetriebsrat amMittwoch laut eigener Aussendung in seiner konstituierenden Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Stefan Jung ge- lungen, alle Funktionen unter den elf Mitgliedern im Einvernehmen zu vergeben. Damit wolle man „ein deutliches und starkes Signal an die Geschäftsführung“ senden, „wie- der zur sozialpartnerschaftlichen Zusammenarbeit zurückzukehren“. Unter den ersten Prioritäten dabei werden genannt: Personalentwick- lung statt des „massiven Personalab- baus“, die kritische Auseinanderset- zung mit der Bündelung der Wiener ORF-Standorte auf dem Küniglberg und ein neues ORF-Gesetz, das die- sen „mit seinem öffentlichen Auftrag in seiner Gesamtheit“ bewahrt. lz Campaigning Bureau erneut prämiert Dritte Auszeichnung bei Reed Awards in Folge. Das dritte Jahr in Folge und zum vierten Mal insgesamt konnte das Campaigning Bureau rund um Philipp Maderthaner bei den US-amerikani- schenReedAwards als einemderwich- tigsten Preise für Kampagnenarbeit punkten. Ausgezeichnet wurden die Kampagnen für die Wirtschaftskam- mer Österreich, die CDU Sachsen bei der letzten dortigen Landtagswahl und einmal mehr der Nationalratswahl- kampf für Bundeskanzler Sebastian Kurz. Entsprechenddemnunmehrigen Fokus des Campaigning Bureaubetont die Agentur allerdings, dass man zwar wieder für Arbeit im Feld der Politik ausgezeichnet worden sei, aber „mehr als zwei Drittel des Umsatzes mitt- lerweile durch Corporate-Projekte“ generiere, weil auch Unternehmen zu- sehends auf Aktivierung und Involve- ment setzten. lz Österreichische Post AG,WZ 02Z031577 W , Manstein ZeitschriftenverlagsgesmbH, Brunner Feldstraße 45, 2380 Perchtoldsdorf Retouren an Postfach 100, 1350Wien Lesen Sie weiter auf → Seite 2 ‚Wichtig ist, dass es keine Insellösung wird.‘ Angelika Sery-Froschauer , Obfrau, Fachverband Werbung und MarktkommunikationWKO. ©WKO Essenzielle Zukunftsthemen für die Kommunikationsbranche von Digitalsteuer bis Förderwesen bringt die Wirtschaftskammer-Wahl aufs Tableau. Eine Analyse der bundesweiten Forderungen und die große, teils hitzige Debatte in Wien. © VectorMine/stock.adobe.com © UniqueFessler

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxNTI=