YouTube nun mit Hinweis bei "staatlichen" Nac...
 

YouTube nun mit Hinweis bei "staatlichen" Nachrichten

APA / AFP (Lionel Bonaventure)
Der neu geschaffene Warnhinweis soll staatliche Propaganda kennzeichnen, könnte aber auch für alle öffentlich-rechtlichen Institutionen gelten.
Der neu geschaffene Warnhinweis soll staatliche Propaganda kennzeichnen, könnte aber auch für alle öffentlich-rechtlichen Institutionen gelten.

Googles Video-Plattform YouTube hat in den USA damit begonnen, Nachrichtenvideos "staatlich oder öffentlich finanzierter" Quellen mit eigenen Hinweisen zu versehen. Was genau unter diese Definition fällt, bleibt offen.

Man wolle Nachricheninstitutionen auf YouTube "auf eine verantwortungsbewusste Art helfen" und so auch zu mehr Nachrichteninhalten auf YouTube ermutigen, begründete YouTubes Nachrichtenverantwortlicher Geoff Samek am Wochenende den Schritt auf dem offiziellen Firmenblog. Die Hinweise werden vorerst nur in den USA ausgespielt und sind zwischen Videoclipfenster und Titel des Videos eingebaut. Ebenfalls enthalten ist ein Link zum Artikel über die jeweilige Quelle auf Wikipedia, so vorhanden.

Illustriert ist der Blogpost mit einem Video von Radio Free Asia, das von den USA unterhalten wird. Demgemäß müssten etwa auch Videos von RT/Russia Today und anderen Nachrichtenquellen gekennzeichnet werden, denen immer wieder die Verbreitung von politisch gesteuerten Fake News vorgeworfen wurde. Definitionsgemäß müssten aber auch Insitutionen wie AFP aus Frankreich, die britische BBC und die meisten anderen europäischen öffentlich-rechtlichen Sender unter die Definition "staatlich oder öffentlich finanziert" fallen.

Chefin kündigt "Konsequenzen" für fragwürdige Uploads an

Man wolle User zusätzliche Information bieten, damit diese wüssten, woher ihre Nachrichten kommen, so Samek. Er selbst räumt ein, die Hinweisstruktur werde zumindest anfangs alles andere als perfekt sein. Ein "Feedback"-Button für User soll als Korrektiv dienen. Zugleich soll die Maßnahme nicht die letzte sein: Sie stehe beispielhaft für viele weitere, mit denen YouTube in diesem Jahr "die Art verbessern wird, wie wir auf YouTube Nachrichten vermitteln".

Ebenfalls am Wochenende erklärte YouTube-Chefin Susan Wojcicki in einem anderen Blogpost - neben dem Bewerben zuletzt eingeführter neuer Features auf der Videoplattform - unter Verweis auf den Kampf gegen Hassparolen und YouTubes Eintreten für Suizidprävention, künftig würden die Verantwortlichen für fragwürdige oder klar gegen diese Ziele gerichtete Inhalte mit nicht näher genannten "Konsequenzen" zu rechnen haben.

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