Xing-Studie: Knapp jeder Vierte kündigt Job o...
 
Xing-Studie

Knapp jeder Vierte kündigt Job ohne neue Stelle in Aussicht zu haben

Tamara Sales/stock.adobe.com
Der Arbeitsmarkt wandelt sich vom Anbieter- zum Nachfragemarkt.
Der Arbeitsmarkt wandelt sich vom Anbieter- zum Nachfragemarkt.

46 Prozent der Erwerbstätigen in Österreich sind offen für Stellenwechsel.

Seit Beginn der Pandemie denkt knapp die Hälfte der österreichischen Erwerbstätigen über einen Jobwechsel nach: 46 Prozent sind offen für einen neuen Job oder haben sogar bereits konkrete Schritte in die Wege geleitet. Unter den 30- bis 39-Jährigen ist sogar jeder Zweite (53 Prozent) bereit, zu einem neuen Arbeitgeber abzuwandern. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie, die das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag von XING E-Recruiting durchgeführt hat. Befragt wurden insgesamt 2.523 Arbeitnehmer:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, davon 510 in Österreich.

Unternehmenskultur immer wichtiger

Seit Beginn der Pandemie im Jahr 2020 haben 23 Prozent der Erwerbstätigen in Österreich ihren Job gewechselt. Dass Corona diese Entscheidung beeinflusst hat, bejahen 42 Prozent der weiblichen und 62 Prozent der männlichen Stellenwechsler – also insgesamt über die Hälfte (51 Prozent) der befragten Wechsler. Bemerkenswert ist, dass knapp jeder vierte Stellenwechsler gekündigt hat, ohne eine neue Position in Aussicht zu haben. "Der Arbeitsmarkt wandelt sich vom Anbieter- zum Nachfragemarkt. Daher ist es trotz Corona in vielen Branchen so einfach wie noch nie, einen neuen Job zu finden. Immer mehr Beschäftigte hinterfragen während der Pandemie ihre Arbeitssituation und prüfen sehr genau, ob ihr Arbeitgeber kulturell noch zu ihnen passt", sagt Sandra Bascha, verantwortlich für die Kommunikation in Österreich bei der NEW WORK SE, Betreiberfirma von XING/XING E-Recruiting. Leicht gesunken ist der Anteil von Frauen unter den Befragten in Österreich, die sich eine neue Tätigkeit vorstellen können. 40 Prozent von ihnen zeigen in diesem Jahr Interesse an einem Jobwechsel, 2021 waren dies noch 44 Prozent.

Work-Life-Balance wichtiger als Gehalt

Die Anlässe, weshalb Arbeitnehmer:innen über einen neuen Job nachdenken, sind nicht identisch mit den Beweggründen für einen tatsächlichen Stellenwechsel. Von einer neuen Arbeitsstelle erhoffen sich 51 Prozent der Wechselwilligen in erster Linie ein höheres Gehalt – bei den Erwerbstätigen zwischen 30 und 39 Jahren hegen sogar knapp 60 Prozent diesen Wunsch.
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Weitere Gründe sind der Wunsch nach einem neuen Tätigkeitsfeld (32 Prozent), Unzufriedenheit mit der Geschäftsführung (29 Prozent) oder Unzufriedenheit mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens (27 Prozent). Und mehr als 20 Prozent vermissen die Sinnhaftigkeit in ihrem Job.

Betrachtet man die Motive für den tatsächlichen Jobwechsel, ergibt sich ein anderes Bild. Diese Entscheidung treffen die Stellenwechsler eher aus unternehmenskulturellen Gründen. Sie wünschen sich mehr Jobsicherheit (26 Prozent), eine bessere Work-Life-Balance (25 Prozent) oder flexiblere Arbeitszeiten (25 Prozent). Finanzielle Motive spielen beim tatsächlichen Jobwechsel mit 22 Prozent eher eine nachgelagerte Rolle. Seit der Pandemie wird die Unternehmenskultur als Kriterium für die Attraktivität eines Unternehmens immer wichtiger. Das zeigen die Erwartungen der Befragten an einen potenziellen Arbeitgeber: Mit 64 Prozent steht ein höheres Gehalt immer noch an erster Stelle, allerdings dicht gefolgt von flexibler Arbeitszeit-Einteilung mit 60 Prozent, gutem Führungsverhalten (48 Prozent), einem attraktiven Standort (47 Prozent) sowie persönlicher Sinnerfüllung im Job (46 Prozent).
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"Zwar achten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach wie vor auf harte Fakten wie Gehalt und Aufstiegschancen, aber ihnen sind für ein glückliches Arbeitsleben auch weiche Faktoren wie Arbeitskultur wichtig”, so Sandra Bascha.

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