Wikipedia ist zehn
 

Wikipedia ist zehn

#
©www.wikipedia.org
©www.wikipedia.org

Das spendenfinanzierte Mitmach-Lexikon feiert einen Siegeszug.

Im Jänner 2001 ging Wikipedia als spendenfinanziertes Online-Nachschlagewerk online, heute ist das Projekt, das von Jimmy Wales und Larry Sanger gegründet wurde, für viele User nicht mehr wegzudenken. Wales steuerte seine Einnahmen aus dem Männer-Unterhaltungsportal Bomis.com bei, der promovierter Philosoph Sanger wurde "Chefredakteur" der Nupedia, dem Vorgänger-Portal von Wikipedia. Bei Nupedia war die Auslese der Autoren weitaus strenger - diese mussten  renommierte Experten für ihr Thema sein, die Artikel durchliegen sieben Kontrollen. Im ersten Jahr kamen kaum mehr als 20 Texte zusammen, das Konzept wurde geändert, Wikipedia war geboren.

Am 15. Jänner 2001 ging wikipedia.org online. Das Wiki war nur als Test gedacht. Nach einem Monat standen 600 Artikel online, nach einem Jahr waren es schon 20.000. Immer öfter tauchten die Texte ganz oben in den Suchergebnissen bei Google auf. Wikipedia wurde zur Referenz der wachsenden Onliner-Schar. Nicht immer zuverlässig, nicht immer gut geschrieben, aber sehr präsent. Lexika wie der Brockhaus (stellte die Printausgabe Anfang 2008 ein) kamen dagegen nicht mehr an. Sanger war da schon nicht mehr Chefredakteur. Im Streit über Kontrolle und Qualität verließ er Wikipedia 2002. Wales blieb - und gilt seitdem als Gründer des Lexikons. Seine Firma Bomis zog sich allerdings zurück: Wales gründete 2003 die Wikimedia-Stiftung und übertrug ihr Namensrechte und Server. Das Lexikon und seine Schwesterprojekte finanzieren sich über Spenden.  

Veröffentlichen kann prinzipiell zwar jeder, für No-Autoren sind die Regeln aber dennoch nicht ganz leicht zu durchblicken. Und so hat Wikipedia im Jubiläumsjahr Nachwuchssorgen. "Wir haben Millionen von Lesern. Aber verhältnismäßig wenige wissen überhaupt, dass sie mitmachen können", sagt Catrin Schoneville, Sprecherin des Wikipedia-Fördervereins Wikimedia. Um Autoren zu gewinnen, investiert der Verein einen Teil der Spenden in Projekte für Senioren oder Schüler - damit der unerwartete Erfolg der Wikipedia nicht bei den heute 1,2 Millionen deutschen Artikeln endet.

(Quelle: APA/dpa)
stats