"Wiener" testet Googles Daten-Brille
 

"Wiener" testet Googles Daten-Brille

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Dan Taylor ist der erste österreichische Einwohner, der Google Glass aufsetzen durfte

Einmal abgesehen von Google-Managern dürfte der in Wien lebende Fotograf Dan Taylor der erste österreichische Einwohner sein, der die gehypte Daten-Brille Google Glass tragen durfte. Als Besucher der Next-Konferenz in Berlin konnte Taylor, gebürtiger US-Amerikaner, sich ein Exemplar von Tech-Blogger Robert Scoble ausborgen und ausprobieren. Dem HORIZONT erzählte er über seine Erfahrungen mit dem neuartigen Gerät.

"Neue Art, mit Technologie zu interagieren"


"So wie das iPhone die mobile Industrie revolutioniert hat, glaube ich wird Google Glass das selbe tun und dafür sorgen, dass wir in vollkommen neuer Art und Weise mit Technologie interagieren", sagt Taylor zu HORIZONT Online. "Die Google Glasses, die ich ausprobiert habe, sind noch lange nicht perfekt, aber sie sind ein großartiger Anfang." Wie Taylor meint, wäre das Gerät, das auf einem kleinen Display vor dem rechten Auge Daten anzeigen kann, perfekt für Tutorials, Navigation oder andere Augmented-Reality-Anwendungen. "Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, aber sobald der Preis auf ein leistbares Niveau sinkt und App-Entwickler auf diesen Typ von Display umdenken, glaube ich wird eine breite Masse an Menschen diese Technologie täglich nutzen wollen."

Blogger Robert Scoble befragte auf Anregung von HORIZONT auf der Next-Konferenz auch das Publikum, ob Nicht-Brillenträger bereit wären, Googles Daten-Brille zu tragen. Keine große Überraschung: Im Technik-affinen Publikum gingen viele Hände nach oben.

Glass braucht Smartphone

Was viele noch nicht wissen: Für den Betrieb von Google Glass, das selbst auf dem Betriebssystem Android basiert, braucht man ein Smartphone, das per Bluetooth drahtlos an die Brille gekoppelt wird. Über das Smartphone wird dann der Datenverkehr abgewickelt. Außerdem wird die Rechenleistung an das Smartphone ausgelagert, damit möglichst wenige Bauteile im Bügel der Brille untergebracht werden müssen.

Google hat seine Daten-Brille aktuell an einige Entwickler sowie Gewinner eines Wettbewerbs ausgegeben. Neben Robert Scoble ist auch Kai Diekmann, Chefredakteur der Bildzeitung, unter den Auserwählten, die Mit Google Glass bereits herumspielen dürfen. Auch die New York Times ist bereits auf den Zug aufgesprungen und präsentierte in der Nacht auf Freitag eine eigene App für die Brille, die Nachrichten in Kurzform vor das rechte Auge bringt und News vorlesen kann. Weitere bereits bekannte Entwickler von Apps sind Evernote, Path und Twitter.

Marktstart erst 2014

Wie der Google-Vorstandsvorsitzende Eric Schmidt kürzlich in einem Interview sagte, würde Google Glass erst 2014 auf den Markt kommen. Spekuliert wird mit einem Preis von etwa 400 Dollar, derzeit kostet das Gerät für Software-Entwickler noch rund 1500 Dollar. Interessant wird sein, ob Google bis dahin die Regeln für Apps aufweicht - denn vorerst könnten Anbieter noch kein Geld mit Google-Glass-Apps verdienen. Den Nutzungsbedingungen zufolge dürfen die Anwendungen keine Werbung enthalten, und die Anbieter dürfen kein Geld für sie verlangen.
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