Wie Google Verlagen im Netz hilft
 

Wie Google Verlagen im Netz hilft

J. Steinschaden
Google-Panel im Clubraum der WU Wien.
Google-Panel im Clubraum der WU Wien.

Auf den Österreichischen Medientagen gaben der Internetkonzern und Medienhäuser Einblicke, wie Online-Content monetarisiert werden kann

"Google steht immer wieder in der Kritik, Teil des Problems von Verlagen im Internet zu sein. Aber der Strukturwandel findet mit uns und ohne uns statt", sagte Gerrit Rabenstein von der Digital News Initiative (DNI), die Google dieses Jahr ins Leben gerufen hat und etwa 40 Partner in Österreich dafür gefunden hat. Google würde Verlags-Webseiten nicht nur jedes Monat Milliarden Klicks liefern, sondern auch Hilfestellung bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen liefern - eine davon soll der Google-Kiosk für Android-Geräte sein, über den Content verkauft werden kann.

Martin Gaiger, Geschäftsführer von Kurier Digital, erklärte, dass das Online-Geschäft sich mit Ende des Jahres selbst tragen würde und man ein ausgeglichenes Betriebsergebnis vorweisen könne. Google würde bei der Werbevermarktung helfen, man setze DoubleClick for Publishers (DFP), Google AdSense sowie Programmatic Buying über Private Deals mit Hilfe von Google ein. Auch redaktionell würde man Artikel für Google optimieren, aber: "Wir wollen keinen Gefälligkeits-Journalismus machen, nur um bei Google gefunden zu werden, wir wollen auch selbst Themen setzen", so Gaiger.

Erfolg mit lokalem Content

Gerold Riedmann, Geschäftsführer von Russmedia Digital und gleichzeitig Chefredakteur der "Vorarlberger Nachrichten", erläuterte, dass 75 Prozent des digitalen Werbeumsatzes von vol.at über Verkäufer bei lokalen Werbern eingetrieben wird, 32 Prozent der Werbeumsätze würden bereits Mobile gemacht werden. Mit Google würde man mit der an Russmedia Digital angeschlossenen Agentur Impuls360 kooperieren, die als Reseller für Google-Werbung auftritt.

Der auf Landwirtschaftsfahrzeuge spezialisierte Grazer Verlag Landwirt.com, vertreten durch Thomas Mühlbacher, erläuterte, dass die Google-Tochter YouTube sehr wichtig fürs Online-Geschäft sei. Dort erreiche man mit Videos über neue Traktoren etwa 50.000 Abonnenten, manche Videos kämen in wenigen Tagen auf mehr als 100.000 Views. Das würde Print stärken, so Mühlbacher, weil Interessierte über die Videos auf die Möglichkeit stoßen würden, ein Print-Abo abzuschließen, wo es weiterführende Informationen zu den Fahrzeugen gibt.
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