Wie eine Agentur vom Start weg auf 15.000 Fac...
 

Wie eine Agentur vom Start weg auf 15.000 Facebook-Fans kam

Wien Nord Now
Zur Auflösung des Tricks kommunizierte die Agentur offen die Herkunft ihrer Facebook-Fans.
Zur Auflösung des Tricks kommunizierte die Agentur offen die Herkunft ihrer Facebook-Fans.

Wien Nord Now hat zum Start 15.000 Facebook-Fans bewusst eingekauft. Dahinter steckt ein Medienexperiment.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 17/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Ganze 15.000 Fans auf Facebook? Was auf den ersten Blick nach großer Social-Media-Fanbase aussieht, ist tatsächlich ein Medienexperiment der Agentur Wien Nord Now:, die durch Zukauf der Fake-Fans zum Start bereits mehr als doppelt so viele Fans wie die bisher größten heimischen Agenturseiten hat – damit sollte gezeigt werden, wie einfach der Fan-Kauf ist und wie problematisch Fanzahlen-Vergleiche sind. Das sei ähnlich wie beim Fußball, sagt Thomas Mang, CEO und Digital Business Verantwortlicher bei Wien Nord Now: „Der Klub mit dem meisten Geld hat nicht unbedingt die treusten oder aktivsten Fans. Nur weil eine Seite viele Fans hat, heißt das nicht, dass sie auch viele ihrer Fans erreicht.“

Dabei müssen die Fans nicht mal zwingend vom Schwarzmarkt stammen: Manche wurden etwa durch irrelevante Gewinnspiele geködert, zeigen aber sonst keine Interaktion mit der Seite. Um gegenüber Facebook selbst nicht ungut aufzufallen, hat die Agentur die Fans schrittweise hinzugefügt. Heikel ist das Thema auch in Sachen Blogger-Relations: Nicht nur die Zahl der Fans sollte herangezogen werden, sondern die Interaktionsraten und die organische Reichweite, heißt es. Laut aktueller Facebook-Bilanz sind rund zehn Prozent aller Accounts Duplikate, zwei bis vier Prozent sind Fake Accounts.

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