Wie ein 22-jähriger Vlogger 160.000 Euro Spen...
 

Wie ein 22-jähriger Vlogger 160.000 Euro Spenden generiert

und was Marketer daraus lernen können

Er wohnt in L.A., ist seit wenigen Tagen 22 und eigentlich ein ganz normaler Jugendlicher. Das ist seine große Stärke, denn er weiß, was Leute in seinem Alter interessiert. Und darüber vloggt er auf seinem eigenen YouTube Kanal. Jede Woche veröffentlicht er Videos in denen er darüber spricht „welche komischen Dinge sein Körper macht“, „warum Mädchen Jungs sitzen lassen“ oder darüber was passiert, „wenn man Fremde auf der Straße nach einem Date fragt“.

Seine Videos wurden bisher 137 Millionen mal angesehen. Mehr als 3,3 Millionen Personen haben seinen Channel abonniert. Und diese Reichweite nutzt er nun, für einen guten Zweck. Zu seinem Geburtstag am 12. September hatte er nur einen Wunsch: dass seine Zuseher für das „Thirst Project“ spenden. Daher startete er einen Videoaufruf und sammelt seither auf einer eigenen Landingpage Spenden.

Ähnlich dem Crowdfunding-Prinzip gehen die Spender auch nicht leer aus. Je nach Höhe der Spende erhalten die Unterstützer kleine Aufmerksamkeiten. Von E-Cards, die er ihnen persönlich schickt, über eigens gestaltete T-Shirts bis zu Skype-Chats mit ihm, oder die Möglichkeit, eine Frage in einem seiner Videos zu stellen. Und unter allen Spendern wird ein Treffen zum Kaffee mit Connor in L.A. verlost. So wurden bereits mehr als 170.000 Dollar gesammelt und die Aktion läuft noch 13 weitere Tage.

Während die Charity-Branche darüber nachdenkt, wie man die Ice Bucket Challenge kopieren könnte, zeigt Connor Franta einen Weg auf, wie Spendenaktionen mit Influencern ablaufen könnten. Zugegeben, nicht mit 100 Millionen Spendenvolumen, dafür allerdings wesentlich leichter multiplizierbar. Denn auch im deutschsprachigen Raum gibt es YouTube Stars und Blogger mit ähnlicher Reichweite. 

Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die richtigen davon für das eigene Projekt zu finden und eine entsprechende Beziehung mit ihnen aufzubauen. Das Wichtigste für beide Seiten ist dabei das persönliche Involvement des Influencers. Je stärker seine oder ihre Nähe zum Thema ist, desto vielversprechender. Zudem muss die Aktion für die Audience einen klaren Mehrwert bieten. Das muss allerdings nicht teuer sein. Das Beispiel von Connor Franta zeigt nämlich auch sehr schön, dass Incentives mit intensivem Bezug zum Influencer am besten funktionieren. Immerhin haben in seiner Aktion bereits zur Halbzeit 20 Personen je mehr als 1.000 Dollar gespendet, um dafür einen Skype-Call mit Connor zu bekommen. 

Essentiell ist natürlich auch die Social Media Integration. Mit dem Blogger kommen selbstredend all seine Kanäle mit ins Spiel. Darüber hinaus sollte aber Social Media auch direkt in die Mechanik eingebaut werden. Connor beispielsweise ruft aktiv dazu auf, die Aktion zu teilen, alle Spender finden sich selbst im Spenden-Ticker wieder, können Connor eine persönliche Nachricht hinterlassen und die Aktion wird Plattform übergreifend von einem eigenen Hashtag begleitet. 

Habt ihr Erfahrung mit Spendenaktionen via Social Media? Ich würde mich über eure Inputs in den Kommentaren freuen.

[Michael Weberberger]

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