Werbeverbot für Bitcoin: Die Auswirkungen in ...
 

Werbeverbot für Bitcoin: Die Auswirkungen in Österreich

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Bitcoins werden nun als „gefährliche Güter“ eingestuft.
Bitcoins werden nun als „gefährliche Güter“ eingestuft.

Google, Facebook und Twitter verbieten die Werbung für Kryptowährungen. Rufe nach einem generellen Verbot werden laut. Wie ist die Lage in Österreich?

Dieser Beitrag ist zuerst in Ausgabe Nr. 14/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Die großen Onlineportale schieben der Werbung für Kryptowährungen einen Riegel vor: Ende Jänner hatte Facebook ein Verbot für Werbung zu Bitcoin und anderen digitalen Währungen angekündigt, Mitte März folgte Google, Ende März wurde auch von Twitter ein Verbot ausgesprochen. Gegenüber dem Nachrichtendienst Reuters hatte ein Analyst anlässlich der Verbote angemerkt, dass digitale Währungen nun in eine Art Kategorie für „gefährliche Güter“ eingestuft worden seien. Auch die drei für den Finanzmarkt zuständigen EU-Behörden haben gemeinsam eine Warnung vor Kryptowährungen veröffentlicht, in der sie Investoren auf die hohen Risiken beim Kauf virtueller Währungen aufmerksam machen; unterstützt wird diese Warnung auch von der FMA.

Rob Leathern, Product Management Director bei Facebook, hatte in einem Blogbeitrag betont, dass im Mittelpunkt der Entscheidung gegen Bitcoin-Werbung der Schutz vor Betrug stehe: Viele Unternehmen, die Kryptowährungen, ICOs oder binäre Optionen bewerben, würden nicht mit guten Absichten agieren.

Doch wie steht es um derartigen Betrug in Österreich? Beim Internet Ombudsmann vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) heißt es, dass man bisher rund zehn Beschwerden zum Thema Kryptowährungen verzeichnen konnte: „In den meisten Fällen ging es darum, dass das ein Bitcoin- Guthaben nicht ausbezahlt, beziehungsweise gehandelt werden konnte und eine Auszahlung erst gegen Vorlage irgendwelcher Dokumente zugesagt wurde“, sagt Karl Gladt, Jurist beim ÖIAT: „Die fast ausschließlich im Ausland ansässigen Beschwerdegegner haben sich in kaum einem Fall am Streitschlichtungsverfahren beteiligt, sodass es zu keiner Streitbeilegung gekommen ist.“ Vermutlich habe es sich bei einigen Beschwerdegegnern um unseriöse und betrügerische Anbieter gehandelt.

Wenig betroffen sieht man sich vom Werbeverbot bei Bitpanda, Österreichs größter Handelsplattform für Kryptowährungen: Laut Eric Demuth, CEO von Bitpanda, schalte das Unternehmen Internetwerbung derzeit ohnehin eher in Maßen und setze hauptsächlich auf Mundpropaganda. Er erwartet zudem, dass es noch zu Detailanpassungen kommen werde, da riskantere Anlageformen sehr wohl noch beworben werden dürfen.

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